Die wissenschaftliche Begründung der neuen Zungen- Diagnostik

ZurückInfosWeiter

Quel­le: Bern­hard Kro­nen­ber­ger — Die neue Dia­gnos­tik Lin­gua­lis (Zun­gen­dia­gno­se) (1949, Kahl a. Main)

Die wissenschaftliche Begründung der neuen Zungen- Diagnostik.

Bei allen Streif­zü­gen, wel­che wir durch die gesam­te medi­zi­ni­sche Lite­ra­tur unter­neh­men, fin­den wir lei­der nir­gends eine kla­re Schei­dung zwi­schen den bei­den Lebens­po­len, den eigent­li­chen Zen­tren unse­res Seins über­haupt. Man gewinnt den Ein­druck, als ob hier­bei alles sozu­sa­gen in einen Topf gewor­fen wür­de. Wohl bemer­ken wir in ana­to­mi­scher Hin­sicht eine gewis­se Glie­de­rung, jedoch nicht in dem Maße, wie die­se dem wirk­lich vor­lie­gen­den ele­men­ta­ren Auf­bau ent­spricht. In phy­sio­lo­gi­scher Hin­sicht wird die­sen bei­den Impuls­ari­en nur teil­wei­se, und bei der Patho­lo­gie und The­ra­pie fast über­haupt nicht Rech­nung getra­gen. Über­bli­cken wir die zahl­rei­chen kor­pi­ven Stö­run­gen, so dürf­te die Annah­me als berech­tigt erschei­nen, daß nicht die orga­ni­schen Dys­funk­tio­nen als sol­che das eigent­lich Ursäch­li­che dar­stel­len, son­dern unbe­dingt schon eine Deka­denz in den betref­fen­den Ver­sor­gungs­zen­tren vor­lie­gen muß. Natu­ra non facit sal­tus, die Natur macht kei­ne Sprün­ge. Es geht alles in genau fest­ge­leg­ten Bah­nen vor sich, eins hängt vom ande­ren ab. Die Macht des Klei­nen zieht gleich unzähl­ba­ren Fäden durch die gesam­te Schöp­fung mit dem Inbe­griff des Men­schen und ent­wi­ckelt ihre Auf­ga­be, ihren Grund­sät­zen getreu, in gigan­ti­sches­tem Aus­ma­ße bis zur letz­ten Con­se­quen­tia. Ver­fol­gen wir die­sen Weg bis zu des­sen Uranfän­gen, dann dürf­ten wir mit unter­stüt­zen­der Offen­ba­rung gleich­zei­tig der Natu­ra natur­ans, dem schaf­fen­den Prin­zip in der Natur, zum min­des­ten doch einen Schritt näher kom­men. In die­sem Zusam­men­hang liegt letz­ten Endes wie­der und zugleich das uns noch ver­bor­ge­ne inners­te Geheim­nis jed­we­der Erkran­kung überhaupt.

Es mag dem aka­de­misch und schul­me­di­zi­nisch gebil­de­ten Men­schen schließ­lich schwer fal­len, die­sen Gedan­ken­gän­gen zu fol­gen, da er viel zu viel, selbst zu sei­nem eige­nen Nach­teil mit der Zeil­epo­che des Mate­ria­lis­mus ver­strickt ist, aus wel­cher sich die Mensch­heit wie es den Anschein hat, fast nicht mehr los­lö­sen kann. Die nack­te Wahr­heit und ihre Erkennt­nis dürf­te uns doch end­lich, end­lich eines Bes­se­ren beleh­ren. Was hat uns, meist mit einem Pathos der Über­he­bung gekenn­zeich­ne­ten Kul­tur­völ­kern, seit­her und bis auf den heu­ti­gen Tag die­ser raff­sacki­ge Mate­ria­lis­mus, an wah­rer Erlö­sung gebracht? Scher­ben, nichts als Scher­ben, Trüm­mer und Mord!

Feh­ler sind ja schließ­lich eine not­wen­di­ge Abwechs­lung in dem all­täg­li­chen Einer­lei des Zeit­ge­sche­hens, sie soll­ten aber dem Kun­di­gen und Auf­merk­sa­men unbe­dingt zu einer gründ­li­chen Nutz­an­wen­dung die­nen. Aus den bestehen­den und bis­her gemach­ten Feh­lern kann man immer, ja am bes­ten ler­nen, zum aller­we­nigs­ten inso­fern, wie man es nicht machen soll. Es ist des­halb auch an der Zeit, daß man nicht wei­ter, wie seit­her gesche­hen, nur die Trüm­mer beklagt und bejam­mert, son­dern dazu über­geht, die eigent­li­chen und ursäch­li­chen Quel­len, aus denen all die­se Schä­den ent­sprin­gen, zu erken­nen und auf das zweck­mä­ßig Har­mo­ni­sche umzustellen.

Wenn wir ins zen­tral Exis­ten­ti­el­le der Heil­kunst vor- und end­gül­tig durch­drin­gen wol­len, so dür­fen wir uns nicht mehr all­zu­viel bei den orga­ni­schen Belas­tun­gen als sol­chen auf­hal­ten, son­dern wir müs­sen den bei­den Haupt-Funk­ti­ons­zen­tren unse­res Orga­nis­mus, dem Gehirn als dem Sitz unse­res will­kür­li­chen Tätig­keits­ver­mö­gens und dem Ple­xus coeli­a­cus (Son­nen­ge­flecht), wie dem Trun­cus sym­pa­thi­kus als dem unwill­kür­li­chen Selbst­steue­rungs­zen­trum eine wesent­lich grö­ße­re Auf­merk­sam­keit schen­ken, neben einem drit­ten Geflecht, dem Ple­xus sexus. der mit den bei­den vori­gen ergän­zen­de und aus­glei­chen­de Zusam­men­hän­ge auf­weist. Wohl soll der Kran­ke selbst immer im Blick­feld jedes heil­kund­li­chen Schaf­fens blei­ben, denn um des­sen Wie­der­her­stel­lung geht es doch ein­zig, aber im Über­blick muß das gan­ze Indi­vi­du­um und nicht nur ein etwa erkrank­tes Organ beach­tet wer­den. Wer sich ein­mal län­ge­re Zeit nach den hier­an­ge­führ­ten Richt­li­ni­en ori­en­tiert hat, dem drän­gen sich die Tat­sa­chen, daß die Ursa­chen jeder Erkran­kung viel­fach nur in dem Ver­fas­sungs­zu­stand der obi­gen bei­den Tätig­keits­zen­tren zu suchen sind, so über­zeu­gend auf, daß sich ihm ein Nach­spü­ren nach sons­ti­gen Grün­den meist erüb­rigt. Die­ses in den Ner­ven­zen­tra­len ver­an­ker­te Urphä­no­men aller orga­ni­schen Stö­run­gen dürf­te nicht nur für sol­che allein grund­le­gend sein, son­dern ande­rer­seits auch als aus­lö­sen­der Fak­tor für ver­ab­reich­te Arz­nei­rei­ze gel­ten, denn sonst könn­ten unmög­lich hoch­po­ten­zier­te Arz­nei­en, die so fein­stoff­lich fast ans Geis­ti­ge gren­zen, eine Umstel­lung und Wie­der­her­stel­lung an vor­her ver­sa­gen­den Orga­nen her­bei­füh­ren. Zugleich bil­det die­ses Urphä­no­men den ein­zig mög­li­chen Aus­druck der Dyna­mis, des allein wir­ken­den Kraft­ver­mö­gens unse­res Kör­pers, von des­sen Beschaf­fen­heit die har­mo­ni­sche Nor­ma­li­tät und jed­we­de Abnor­mi­tät rest­los abhän­gig ist.

An die­ser Vor­stel­lung gemes­sen, offen­bart sich uns hier das gesam­te Tria­ver­mo, das Kraft­ver­mö­gen von Kör­per, Geist und See­le mit allen ver­erb­ten Ura­nia­gen, wel­ches sich sodann wei­ter in sei­ner Gesamt­heit durch Kör­per­ver­fas­sung, Erschei­nungs­bild, alle äußer­lich nach­weis­ba­ren Merk­ma­le, Semio­tik etc. als Phä­no­ty­pus nach außen hin kundgibt.

Es ist gleich­sam der dem Schöp­fungs­akt zugrun­de­lie­gen­de Geis­tes­fun­ke, der Gedan­ke, wel­cher sich schier unauf­halt­sam ver­dich­tet und in sei­ner Fol­ge rea­li­sie­rend fort­schrei­tend in Erschei­nung tritt. Gleich dem Rät­sel der Sphinx steht hier eine Auf­ga­be vor uns, deren Lösung es um der Mensch­heit sel­ber wil­len wert ist, alle Mühen, Ver­ken­nung und kom­men­de Ver­leum­dun­gen die einem For­scher­schick­sal nicht erspart blei­ben, auf sich zu neh­men. Die Lösung zeigt uns den Weg zur schöp­fe­ri­schen Höhe, zur wah­ren Mensch­wer­dung, an der lei­der fast alle Men­schen der heu­ti­gen Zeit im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes vor­bei­le­ben, da sie sich ganz dem Erden­stoff dem sata­ni­schen Mate­ria­lis­mus bis zum Ver­sin­ken in der Fins­ter­nis ver­kauft haben.

Das was heu­te die Welt noch Leben nennt, das hat schon längst auf­ge­hört leben­dig zu sein, es ist nichts ande­res mehr wie über­stür­zen­de Ver­nich­tung, Tod. Leben ist der höchs­te Schöp­fungs­akt, es ist Schöp­fung sel­ber, dem immer nur das Gestal­ten­de, das zum Guten Fort­schrei­ten­de, das Gött­li­che inne­wohnt. Wenn wir auch von Erde genom­men sein mögen und dazu bestimmt sind, wie­der­um Erde zu wer­den, so soll doch die dazwi­schen lie­gen­de Span­ne von wah­rem Leben getra­gen sein und nicht dem sata­ni­schen Gesetz der Schwe­re, der Här­te und Fins­ter­nis ver­fal­len. Wie wird, gera­de in unse­rer Zeit des zwei­ten Welt­krie­ges von 1939 bis .… , die all­gü­ti­ge Schöp­fung, das Gött­li­che von einer ruch­lo­sen, ver­rück­ten, wahn­sinn­s­tol­len Mas­se, die sich oben­drein noch Men­schen nennt, stän­dig zer­tre­ten, die, im Tri­umph des Wahn­sinns völ­lig ver­blen­det, aus unse­rer Welt eine Höl­le gemacht haben, einer Welt, wo genau so gut heu­te noch para­die­si­sche Zustän­de herr­schen könn­ten. Hat es nicht wirk­lich den Anschein als hät­ten Apos­tel des Luzi­fer das Régime ange­tre­ten und der Ruf der weni­gen wah­ren Men­schen ver­hallt unge­hört in der Wüs­te. Die im gött­li­chen Pla­ne lie­gen­den Begrif­fe der wah­ren Men­schen­wür­de, des inne­ren Wer­tes und der erha­be­nen Men­schen­be­ru­fung schei­nen heut­zu­ta­ge nur noch von einem ganz ver­schwin­dend klei­nen Tei­le von Aus­er­wähl­ten aktiv errun­gen zu wer­den. Lei­der läßt man die­se weni­gen Ver­nünf­ti­gen, Gott­ver­bun­de­nen nicht zu Wor­te kom­men und so tri­um­phiert die Unver­nunft eben wei­ter und zer­stört die Pfei­ler zur letz­ten Ret­tung. Es ist wie bei dem Turm­bau zu Babel, kei­ner ver­steht mehr den andern. Es ist die Krank­heit der Völ­ker­schaf­ten als Gan­zes, die genau den­sel­ben Bedin­gun­gen unter­wor­fen ist, wie eine Erkran­kung des Einzelmenschen.

Sowohl die beim Ein­zel­in­di­vi­du­um, wie bei und zwi­schen den Volks­kör­pern in Erschei­nung tre­ten­den Abnor­mi­tä­ten sind glei­cher­ma­ßen auf ein Vor­lie­gen über­mä­ßi­ger Span­nungs­ver­hält­nis­se zurückzuführen.

Inner­halb des von mir ent­deck­ten “Ellip­tik-Geset­zes”, des gött­li­chen Geset­zes oder des Geset­zes der Natu­ra natur­ans, herrscht das Gesetz der Pola­ri­tät. Die Basis des Pola­ri­täts­ge­set­zes wird von den bei­den Gegen­po­len, dem eben­falls von mir ent­deck­ten “Akti­no-Gesetz”, dem Gesetz der Strah­lung, sowie von dem mit­ent­deck­ten “Ten­si­ons-Gesetz”, dem Gesetz der Span­nung gebildet.

Zu einem nor­ma­len Ver­lauf alles Gesche­hens müs­sen Strah­lung und Span­nung in dem gött­lich-natür­li­chen Har­mo­nie­ver­hält­nis zuein­an­der ste­hen. Der Strah­lung als dem geis­tig-schaf­fen­den, bau­en­den Ele­ment, ist auf unse­rem Pla­ne­ten das Ele­ment der Mate­rie, die Hem­mung, die Span­nung polar ent­ge­gen­ge­stellt. Zur schöp­fe­ri­schen Fort-Wei­ter- und Höher­ent­wick­lung darf die Strah­lungs­kraft von der Kraft der Hem­mung bezw. Span­nung nur inso­weit gegen­po­lar beein­flußt wer­den, als es dem zeit­mä­ßig fest­ge­leg­ten Schöp­fungs­ak­te ent­spricht. Jeder zu früh oder zu stark in Erschei­nung tre­ten­de Span­nungs­to­nus führt in fort­lau­fen­der Fol­ge zum Ver­fall und ist in medi­zi­ni­scher Hin­sicht pathologisch.