Quelle: Magnus Hirschfeld & Richard Linsert: Liebesmittel — Eine Darstellung der geschlechtlichen Reizmittel / Aphrodisiaca (MAN Verlag, Berlin, 1930)


Hinweis: Niemand wird in irgendeiner Form aufgefordert, irgendeine der hier behandelten Substanzen, Potenzmittel oder Rezepturen zu sich zu nehmen. Kein Hinweis ist ein Ratschlag für Kranke. Keine hier dargebotene Information soll die Selbstmedikation unterstützen. Achtung – das Leben birgt Risiken und Gefahren und endet immer tödlich! Bis dahin kann es jedoch versüßt werden.
Testifortan
(nach Magnus Hirschfeld und Bernhard Schapiro; Chemische Fabrik Promonta, Hamburg). Die Trocknung der ganzen Testes wird bei diesem Präparat sehr schonend vorgenommen. Die frischen Drüsen werden nach einem besonderen Verfahren bei niedriger Temperatur getrocknet. Die Organsäfte werden im Schnelltrockenapparat nach Gaede-Staub verarbeitet, der es ermöglicht, hundert ccm Flüssigkeit bei 6 Grad Temperatur in 10 Minuten zum Trocknen zu konzentrieren. Das Verfahren dürfte das denkbar günstigste sein zur Konzentration von solchen Flüssigkeiten, bei denen es drauf ankommt, vitale Faktoren, w. z. B. Hormone und Vitamine unverändert zu erhalten. Außer den Hormonen der männlichen Keimdrüse, Prostata, Samenblase und Nebenhoden, enthält das Testifortan noch die des Hypophysen-Vorderlappens und der Nebenniere, Calcium, Spuren von organisch gebundenem Jod, sowie einen Zusatz von einem yohimbinhaltigen Drogenextrakt. Das Mittel wird in Tabletten und Ampullen verabreicht und bekämpft vor allem die Impotenz, gleichzeitig von zwei Angriffspunkten. Nicht nur die mangelnde Ladung wird gesteigert, sondern auch der erhöhte Widerstand durch Hinzufügung eines Yohimbinpräparates verringert.