Büchsenflechte

Hahnemanns Apothekerlexikon
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Büch­sen­flech­te, Lichen pyxi­da­tus L. [Dil­len. H.M. Tab. 14. I. 16.] Sie ist ein­fach, gekerbt, mit ein­fa­chen Bechern und brau­nen Knöt­chen besetzt, und fin­det sich in unfrucht­ba­ren Wäl­dern, an Fel­sen und auf fau­len Baumstämmen.

Dieß ist die gewöhn­lichs­te Flech­te, die man unter dem Namen mus­cus pyxi­da­tusin den Apo­the­ken sam­melt, wie­wohl man auch die ihr an Kräf­ten ähn­li­che Schar­lach­flech­te dafür nimmt.

Die Büch­sen­flech­te hat einen etwas unan­ge­neh­men Geruch, und einen anfangs gru­sich­ten, nach­ge­hends aber merk­lich bit­tern Geschmack, wel­che bei­de mit dem Was­ser bei der Destil­la­ti­on über­gehn. Am voll­stän­digs­ten wird der bitt­re Geschmack vom Wein­geis­te aus­ge­zo­gen, wel­cher aus 4 Unzen Moos ein Quent­chen har­zi­ges Extrakt lie­fert. Sie hat auch etwas schlei­mi­ges und adstrin­gi­ren­des in ihrer Mischung, und kömmt in allen die­sen Bestandt­hei­len der Islän­der­flech­te sehr nahe.

Man hat die­ses Moos in neu­ern Zei­ten häu­fig und mit gutem Erfol­ge in man­cher­lei Form beim Keuch­hus­ten der Kin­der, auch beim trock­nen Hus­ten älte­rer Per­so­nen gebraucht.