Bärwurzelgleiß

Hahnemanns Apothekerlexikon
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Bär­wur­zel­gleiß, Aethu­sa meum L. [Zorn. pl. med. T. 499.] mit durch­gän­gig viel­get­heilt bors­ten­för-migen Blät­tern, ist eine auf son­nich­ten erhab­nen Alpen­wie­sen in Euro­pa, vor­züg­lich auf dem Har­ze, ein­hei­mi­sche mehr­jäh­ri­ge Pflan­ze, wel­che im Juni und Juli weiß blüht.

Ihre Wur­zel (rad. mei, mei atha­man­ti­ci) ist spin­del­för­mig, eini­ge Zoll lang, von der Dicke eines Feder­kiels bis zu der eines Fin­gers, runz­licht, äus­ser­lich grau­licht braun­roth, inwen­dig weiß­licht, har­zig, von ganz eig­nem, zwi­schen Ange­lik und Lieb­stö­ckel inne ste­hen­dem, äus­serst hef­ti­gem Geru­che und einem ähn­li­chen Geschma­cke, wel­cher Anfangs ins Süß­lich­te, nach­ge­hends aber ins Sal­zi­ge fällt. Man sam­melt sie im April.

Sie hat sich anthys­te­risch erwie­sen. Wo von einem ent­zünd­li­chen Rei­ze nichts zu befürch­ten ist, kann sie in Brust­ver­schlei­mung, in zurück geblieb­ner Rei­ni­gung, und als Blä­hung, Harn und Schweiß trei­ben­des Mit­tel nicht gerin­ge Diens­te leisten.