Castanea vulgaris

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Quel­le: Magnus Hirsch­feld & Richard Lin­sert: Lie­bes­mit­tel — Eine Dar­stel­lung der geschlecht­li­chen Reiz­mit­tel /​​ Aphro­di­sia­ca (MAN Ver­lag, Ber­lin, 1930)

Liebesmittel

Hin­weis: Nie­mand wird in irgend­ei­ner Form auf­ge­for­dert, irgend­ei­ne der hier behan­del­ten Sub­stan­zen, Potenz­mit­tel oder Rezep­tu­ren zu sich zu neh­men. Kein Hin­weis ist ein Rat­schlag für Kran­ke. Kei­ne hier dar­ge­bo­te­ne Infor­ma­ti­on soll die Selbst­me­di­ka­ti­on unter­stüt­zen. Ach­tung – das Leben birgt Risi­ken und Gefah­ren und endet immer töd­lich! Bis dahin kann es jedoch ver­süßt werden.

Castanea vulgaris

Die Kas­ta­nie kam ver­mut­lich mit den übri­gen Frucht­bäu­men (Apfel, Bir­nen) in den Zei­ten nach den Völ­ker­wan­de­run­gen nach Deutsch­land. Sie war in Grie­chen­land ursprüng­lich ein­hei­misch, erin­ner­te in ihrer Pracht und Schön­heit an die Eiche, mit der sie den­sel­ben Namen Karya teil­te. Die Frucht bes­se­rer Sor­ten galt im Mit­tel­al­ter als Aphro­di­sia­cum. Mat­tio­li berich­tet: “Gebra­te­ne Kas­ta­ni­en mit Pfef­fer und Salz bestreut macht die Natur geil und unkeusch.” – Roß­kas­ta­ni­en­blü­te, in Franz­brannt­wein gesetzt und damit die Hoden ein­ge­rie­ben, gilt noch heu­te auf dem Lan­de als ero­ti­sches Stärkungsmittel.

Der Duft der wei­ßen Blü­te unse­rer gewöhn­li­chen Kas­ta­nie hat eine Ähn­lich­keit mit dem des männ­li­chen Samens. Er wird von Zwar­de­ma­ker (Die Phy­sio­lo­gie des Geru­ches, Leip­zig 1895) zu den Capryl­ge­rü­chen gerech­net, zu denen auch die Ber­be­ri­ze, schwar­ze Johan­nis­bee­re usw. gehö­ren. – Kein ande­rer, als der alte Hal­ler hat den Kas­ta­ni­en­ge­ruch schon als “odor aphro­di­sia­cus” bezeichnet.