Moderne Homöopathie zur Selbsthilfe

Quel­le: Moder­ne Homöo­pa­thie zur Selbst­hil­fe (Dr. Recke­weg /​​ Top-Fit-Gesund)

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Moderne Homöopathie zur Selbsthilfe

„Alles Gute, vor allem Gesund­heit“ wünscht man sich zu vie­len Anläs­sen. Und „Bleib schön gesund“ wird man­chen beim Abschied nach­ge­ru­fen. Gesund­heit wird als das höchs­te Gut betrach­tet – aber auch gleich­zei­tig sehr acht­los behandelt.

Die Mög­lich­kei­ten der moder­nen Medi­zin vie­les zu repa­rie­ren, haben zu einer all­ge­mei­nen Sorg­lo­sig­keit geführt. Doch es erfolgt eine Rück­be­sin­nung, denn es zei­gen sich auch Gren­zen eben die­ser moder­nen Medi­zin. Vor allem die Arz­nei­mit­tel fal­len durch Neben­wir­kun­gen auf, eini­ge Neu­ent­wick­lun­gen wur­den wegen schwer­wie­gen­der Schä­den bei ein­zel­nen Pati­en­ten wie­der zurück­ge­zo­gen. Und beson­ders beim älte­ren und viel­fach Kran­ken mit zahl­rei­chen Medi­ka­men­ten über­wie­gen die Neben­wir­kun­gen und ver­an­las­sen den Pati­en­ten, das eine oder ande­re oder auch alles weg­zu­las­sen. Die Lebens­er­war­tung hat sich erheb­lich ver­bes­sert, aber vie­le leben als „chro­nisch Kran­ke“ mit ein­ge­schränk­ter Lebens­qua­li­tät und stän­di­gem Behand­lungs­be­darf: Kon­troll Unter­su­chun­gen, Arz­nei­mit­tel­ein­nah­me, Behin­de­run­gen und nicht zuletzt Krankheitskosten.

So bege­ben sich Pati­en­ten auf die Suche nach einer gefahr­lo­sen Medi­zin, inter­es­sie­ren sich wie­der für alte und neue Natur­heil­ver­fah­ren, Behand­lung mit Pflan­zen und auch für die Homöopathie.

Auch die Natur­heil­kun­de hat in den letz­ten Jahr­zehn­ten eine Ent­wick­lung durch­ge­macht. Sie wird genau unter die Lupe genom­men, sie muss sich ver­glei­chen mit ande­ren The­ra­pie­ver­fah­ren hin­sicht­lich der Wirk­sam­keit und der Unbe­denk­lich­keit. Auch pflanz­li­che Mit­tel sind nicht unbe­dingt gefahr­los und neben­wir­kungs­frei, jedoch lie­gen hier zum Teil jahr­hun­der­te­lan­ge Erfah­run­gen zugrun­de, die uns sicher sein las­sen, dass bei sach­ge­mä­ßem Gebrauch kei­ne Schä­den zu erwar­ten sind.

Was ist nun aber der grund­sätz­li­che Unter­schied zwi­schen der soge­nann­ten Schul­me­di­zin und der Natur­heil­kun­de, was von bei­dem ist besser?

Die Schul­me­di­zin ersetzt Stof­fe und Funk­tio­nen oder unter­drückt Vor­gän­ge. Der Blut­druck wird gesenkt, die Aus­schüt­tung von Insu­lin ange­regt, die Bil­dung des Cho­le­ste­rins oder der Magen­säu­re unter­drückt. Alle die­se Mit­tel grei­fen in die Eigen­re­gu­la­ti­on des Kör­pers ein. Das ist oft not­wen­dig und kann auch nütz­lich sein. Solan­ge es sich nur um eine ein­zel­ne Funk­ti­on, ein ein­zel­nes Medi­ka­ment han­delt, macht das auch wenig Pro­ble­me. Wenn aber die Regu­la­ti­on von vorn­her­ein schon ein­ge­schränkt ist wie beim älte­ren Men­schen, wenn ver­schie­de­ne Regu­la­tio­nen gestört oder unter­drückt wer­den, dann sum­mie­ren sich die Neben­wir­kun­gen. Es tre­ten neue Beschwer­den auf. Aus unter­schied­li­chen Berich­ten erfah­ren wir, dass 5–7 % aller Kran­ken­haus­ein­wei­sun­gen wegen Neben­wir­kun­gen von Medi­ka­men­ten erfolgen.

Die Wirk­sam­keit der Natur­heil­kun­de setzt eine noch beein­fluss­ba­re Eigen­re­gu­la­ti­on des Kör­pers vor­aus. Bei Zer­stö­rung der Eigen­re­gu­la­ti­on, also bei schwe­ren bzw. fort­ge­schrit­te­nen Krank­hei­ten kann die­se Form der Behand­lung nicht mehr ausreichen.

Inner­halb der Natur­heil­kun­de ist die Homöo­pa­thie dadurch cha­rak­te­ri­siert, dass sie die kör­per­ei­ge­ne Regu­lie­rung anregt und nicht direkt auf die Kör­per­pro­zes­se wirkt. (Eini­ge pflanz­li­che Mit­tel wir­ken direkt und sind des­halb in zu hohen Dosen gif­tig.) Die die­sem zugrun­de lie­gen­de Regel besagt, dass klei­ne Rei­ze die Kör­per­funk­tio­nen anre­gen, star­ke Rei­ze sie unter­drü­cken und stärks­te Rei­ze töten. Und so ist auch die Homöo­pa­thie zu ver­ste­hen: Durch kleins­te Rei­ze mit den Stof­fen, die in hoher Kon­zen­tra­ti­on Stö­run­gen aus­lö­sen, wird der Kör­per zu einer Reak­ti­on gegen die­se Stö­rung oder Krank­heit angeregt.

Das Neben­ein­an­der­be­stehen der Schul­me­di­zin und der Natur­heil­kun­de soll­te man akzep­tie­ren und sich bei­der Metho­den bedie­nen. Es geht nicht um ein „Ent­we­der ‑Oder“, son­dern es geht um die Wahl der rich­ti­gen The­ra­pie zur rech­ten Zeit, bei der rich­ti­gen Krank­heit ent­spre­chend der Reak­ti­ons­fä­hig­keit des Kör­pers. Ein­sei­ti­ge Extremstand­punk­te wer­den den Men­schen nicht gerecht, son­dern sind poten­ti­ell schädlich.

Der mün­di­ge Patient

Natur­heil­kund­li­che Behand­lungs­mit­tel eig­nen sich auf­grund ihrer gerin­gen Gefähr­dungs­po­ten­tia­le durch Neben­wir­kun­gen gut für die Selbst­be­hand­lung. Auch wer­den gefähr­li­che Warn­si­gna­le nicht unter­drückt, son­dern war­nen wei­ter. Ein not­wen­di­ger Arzt­be­such wird nicht unnö­tig hinausgezögert.


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