
Botanisches:
Die Rinde dieses Strauches oder 10–30 m hohen Baumes ist anfänglich glatt, gelbbraun, während sie in späteren Jahren schwarzgrau und borkig wird. Die langgestielten Blätter sind eiförmig bis kreisrund. Die Blüten sind zu walzigen 4–11 cm langen Kätzchen vereint. Die Espe kommt in Eurosibirien und Nordafrika vielfach als Unterholz vor und zeigt eine weitgehende Anspruchslosigkeit an Standort und Klima. Frischer humusreicher Waldboden und warm-feuchtes Klima sagen ihr jedoch sichtlich zu. Das Vermögen, Wurzelschößlinge zu erzeugen, ist bei ihr sehr stark ausgebildet. Die Asche enthält Spuren von Vanadium. Blütezeit: März bis April.
Geschichtliches und Allgemeines:
Die medizinische Verwendung verschiedener Pappelarten, meistens Populus nigra und Populus alba, ist schon im Altertum bekannt gewesen. Galenus erwähnt die Espe als Kerkis. Die hl. Hildegard (12. Jahrhundert) nennt sie bereits Aspa, während H. Bock sie unter Lubica aufführt. In China kennt man die Rinde der Espe unter dem Namen Fu‑i als Taenifugum.
In Amerika bedienen sich die Indianer der inneren Rinde der Zitterpappel als Nahrung im Vorfrühling. Doch schätzen sie sie auch als Heilmittel gegen Husten und als Laxans. Sie soll in großen Mengen (mehrere Pfunde) täglich gegessen werden können, ohne schädliche Folgen zu verursachen. Die Knospen der Schwarzen Pappel, Populus nigra, werden im Volke gegen Hämorrhoiden und Brandwunden gebraucht.
Die jungen Triebe und die Rinde von Populus alba sollen stark anthelmintisch wirken und werden in der norwegischen und englischen Tierarzneikunde praktisch verwertet. Man gibt 300–500 g der frischen zerschnittenen Rinde den Pferden gegen Spulwürmer nüchtern. Die Rinde von Populus balsamifera wird als warmes Kataplasma oder als Badesalz bei Fußschweiß gebraucht.