Populus tremula – Seite 2 von 4 – Monographie Madaus

Lehr­buch der bio­lo­gi­schen Heilmittel
Mono­gra­phie Popu­lus tremu­la (Sei­te 2 von 4)
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Botanisches:

Die Rin­de die­ses Strau­ches oder 10–30 m hohen Bau­mes ist anfäng­lich glatt, gelb­braun, wäh­rend sie in spä­te­ren Jah­ren schwarz­grau und bor­kig wird. Die lang­ge­stiel­ten Blät­ter sind eiför­mig bis kreis­rund. Die Blü­ten sind zu wal­zi­gen 4–11 cm lan­gen Kätz­chen ver­eint. Die Espe kommt in Euro­si­bi­ri­en und Nord­afri­ka viel­fach als Unter­holz vor und zeigt eine weit­ge­hen­de Anspruchs­lo­sig­keit an Stand­ort und Kli­ma. Fri­scher humus­rei­cher Wald­bo­den und warm-feuch­tes Kli­ma sagen ihr jedoch sicht­lich zu. Das Ver­mö­gen, Wur­zel­schöß­lin­ge zu erzeu­gen, ist bei ihr sehr stark aus­ge­bil­det. Die Asche ent­hält Spu­ren von Vana­di­um. Blü­te­zeit: März bis April.

Geschichtliches und Allgemeines:

Die medi­zi­ni­sche Ver­wen­dung ver­schie­de­ner Pap­pel­ar­ten, meis­tens Popu­lus nigra und Popu­lus alba, ist schon im Alter­tum bekannt gewe­sen. Gale­nus erwähnt die Espe als Ker­kis. Die hl. Hil­de­gard (12. Jahr­hun­dert) nennt sie bereits Aspa, wäh­rend H. Bock sie unter Lubica auf­führt. In Chi­na kennt man die Rin­de der Espe unter dem Namen Fu‑i als Taenifugum.
In Ame­ri­ka bedie­nen sich die India­ner der inne­ren Rin­de der Zit­ter­pap­pel als Nah­rung im Vor­früh­ling. Doch schät­zen sie sie auch als Heil­mit­tel gegen Hus­ten und als Lax­ans. Sie soll in gro­ßen Men­gen (meh­re­re Pfun­de) täg­lich geges­sen wer­den kön­nen, ohne schäd­li­che Fol­gen zu ver­ur­sa­chen. Die Knos­pen der Schwar­zen Pap­pel, Popu­lus nigra, wer­den im Vol­ke gegen Hämor­rhoi­den und Brand­wun­den gebraucht.
Die jun­gen Trie­be und die Rin­de von Popu­lus alba sol­len stark ant­hel­m­in­tisch wir­ken und wer­den in der nor­we­gi­schen und eng­li­schen Tier­arz­nei­kun­de prak­tisch ver­wer­tet. Man gibt 300–500 g der fri­schen zer­schnit­te­nen Rin­de den Pfer­den gegen Spul­wür­mer nüch­tern. Die Rin­de von Popu­lus bal­sa­mi­fera wird als war­mes Kata­plas­ma oder als Bade­salz bei Fuß­schweiß gebraucht.