
Wirkung
In Nordamerika wird die Droge als Tonikum und Diuretikum angewandt1). Nach Clarke2 hat sich Corydalis formosa in der Homöopathie bei Syphilis und syphilitischen Geschwüren, aber auch bei gastrischen Katarrhen und Skrofulose bewährt.
Hale empfahl es auÃerdem noch bei Malariakachexie mit VergröÃerung der Milz und Leber. Wie Heinigke weiter berichtet, soll das Mittel auch bei Magenstörungen, die mit starker Schleimabsonderung, belegter Zunge, Appetitmangel und übelriechendem Atem verbunden sind, gelobt worden sein3).
In ähnlicher Weise soll die verwandte Species Corydalis Govaniana in Britisch-Indien als Tonikum und Diuretikum sowie gegen Syphilis, Skro-fulose und andere Hautleiden verwendet werden4).
Die Pflanze enthält ein Aporphinalkaloid Dicentrin, daneben noch Protopin, ferner eine Base vom Schmelzpunkt 142,5°, die vielleicht d‑Tetrahydropalmatin ist. Das Dicentrin steht seiner chemischen Konstitution nach in nahem Zusammenhang mit den Basen der Bulbocapningruppe der Corydalisalkaloide, so sind z. B. auch die Farbreaktionen des Dicentrins und des Bulbocapnins sehr ähnlich.
Bei Untersuchungen über Toxingehalt wurden in Corydalis formosa erheb-liche Mengen von ausfällbarem Eiweià von sehr geringer Giftigkeit gefunden5).
Angewandter Pflanzenteil:
Bekannt ist die Verwendung des Wurzelstockes (Clarke, Kobert u. a.) Das HAB. schreibt zur Bereitung der homöopathischen Urtinktur den frischen Wurzelstock vor (§ 3). Aus diesem wird auch das “Teep” hergestellt.
Dosierung:
Ãbliche Dosis:
1 Tablette der Frischpflanzenverreibung “Teep” dreimal täglich.
(Die “Teep”-Zubereitung ist auf 10% Pflanzensubstanz eingestellt, d. h. 1 Tablette enthält 0,025 g Rhiz. Corydalidis formosae.)
In der Homöopathie:
dil. D 1–2.
Maximaldosis:
Nicht festgesetzt.
Fußnoten:
1 Bentley, Ph. J. and Tr. 1863, Bd. 4, S. 353.
2 Clarke, A Dictionary of Materia Medica, Bd. I, S. 603.
3 Heinigke, Handb. d. hom. Arzneiwirkungsl., S. 217.
4 Kirtikar and Basu, Indian medicinal Plants (1918), 76–86, pl. 52–59.
5 Nach eigenen Untersuchungen.