Cheiranthus cheiri – Seite 2 von 4 – Monographie Madaus

Lehr­buch der bio­lo­gi­schen Heilmittel
Mono­gra­phie Chei­ran­thus chei­ri (Sei­te 2 von 4)
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Botanisches:

Gold­lack ist ein zwei­jäh­ri­ger oder auch aus­dau­ern­der Halb­st­rauch von 20–60 cm Höhe. Die Wur­zel ist spin­del­för­mig, ästig und grau. Die ver­hol­zen­den ästi­gen Spros­se sind auf­recht. Die Zwei­ge tra­gen ziem­lich reich­lich Blät­ter. Sie erschei­nen durch die Blatt­nar­ben kno­tig und endi­gen ent­we­der in einem Blü­ten­stand oder in einer ste­ri­len Blatt­ro­set­te. Der kan­ti­ge Sten­gel ist ziem­lich reich­lich mit ange­drück­ten Haa­ren besetzt. Blät­ter läng­lich-lan­zett­lich, spitz, fast ganz­ran­dig, je nach der Stel­lung kür­zer oder län­ger gestielt. Die wohl­rie­chen­den Blü­ten bil­den eine Trau­be. Die gold­gel­ben Kro­nen­blät­ter mit rund­lich-ver­kehrt-eiför­mi­ger Plat­te sind plötz­lich in den Nagel zusam­men­ge­zo­gen. Scho­ten auf­recht ste­hend, vom Rücken her zusam­men­ge­drückt. Nar­be breit; zwei­lap­pig. Blü­te­zeit Mai bis Juni, in Süd­eu­ro­pa auch im Win­ter blü­hend. – Die Hei­mat der Pflan­ze ist Euro­pa, Nord­afri­ka und West­asi­en. In Deutsch­land wohl nur ver­wil­dert. Sie liebt kalk­rei­chen Boden. – Die nachs­täu­ben­den Blü­ten wer­den durch lang­rüß­li­ge Insek­ten bestäubt. Selbst­be­stäu­bung ist mög­lich. Im ers­ten Jah­re ent­wi­ckelt die Pflan­ze nur eine grund­stän­di­ge Blatt­ro­set­te, erst im zwei­ten Jah­re erscheint der Blü­ten­sten­gel. Die frucht­tra­gen­den Sten­gel ster­ben im Win­ter gewöhn­lich bis auf die ver­holz­ten Tei­le ab. Die Laub­blät­ter sind sehr wenig frost­emp­find­lich und wel­ken oft erst meh­re­re Wochen nach dem Auftauen.

Geschichtliches und Allgemeines:

Der Gold­lack war schon im römi­schen und grie­chi­schen Alter­tum eine belieb­te Heil­pflan­ze, die in den Schrif­ten von Hip­po­kra­tes und Dio­s­ku­r­i­des (vgl. Wir­kung) Erwäh­nung fand. Dane­ben wur­de er auch als Zier­pflan­ze geschätzt und u. a. als Schmuck für die Altä­re und zur Umkrän­zung von Wein­fäs­sern bei fest­li­chen Gele­gen­hei­ten benützt. Heu­te ist er in ver­schie­de­nen Kul­tur­for­men in fast jedem Bau­ern­gar­ten zu treffen.