
Botanisches:
Goldlack ist ein zweijähriger oder auch ausdauernder Halbstrauch von 20–60 cm Höhe. Die Wurzel ist spindelförmig, ästig und grau. Die verholzenden ästigen Sprosse sind aufrecht. Die Zweige tragen ziemlich reichlich Blätter. Sie erscheinen durch die Blattnarben knotig und endigen entweder in einem Blütenstand oder in einer sterilen Blattrosette. Der kantige Stengel ist ziemlich reichlich mit angedrückten Haaren besetzt. Blätter länglich-lanzettlich, spitz, fast ganzrandig, je nach der Stellung kürzer oder länger gestielt. Die wohlriechenden Blüten bilden eine Traube. Die goldgelben Kronenblätter mit rundlich-verkehrt-eiförmiger Platte sind plötzlich in den Nagel zusammengezogen. Schoten aufrecht stehend, vom Rücken her zusammengedrückt. Narbe breit; zweilappig. Blütezeit Mai bis Juni, in Südeuropa auch im Winter blühend. – Die Heimat der Pflanze ist Europa, Nordafrika und Westasien. In Deutschland wohl nur verwildert. Sie liebt kalkreichen Boden. – Die nachstäubenden Blüten werden durch langrüßlige Insekten bestäubt. Selbstbestäubung ist möglich. Im ersten Jahre entwickelt die Pflanze nur eine grundständige Blattrosette, erst im zweiten Jahre erscheint der Blütenstengel. Die fruchttragenden Stengel sterben im Winter gewöhnlich bis auf die verholzten Teile ab. Die Laubblätter sind sehr wenig frostempfindlich und welken oft erst mehrere Wochen nach dem Auftauen.
Geschichtliches und Allgemeines:
Der Goldlack war schon im römischen und griechischen Altertum eine beliebte Heilpflanze, die in den Schriften von Hippokrates und Dioskurides (vgl. Wirkung) Erwähnung fand. Daneben wurde er auch als Zierpflanze geschätzt und u. a. als Schmuck für die Altäre und zur Umkränzung von Weinfässern bei festlichen Gelegenheiten benützt. Heute ist er in verschiedenen Kulturformen in fast jedem Bauerngarten zu treffen.