Quelle: Magnus Hirschfeld & Richard Linsert: Liebesmittel — Eine Darstellung der geschlechtlichen Reizmittel / Aphrodisiaca (MAN Verlag, Berlin, 1930)


Hinweis: Niemand wird in irgendeiner Form aufgefordert, irgendeine der hier behandelten Substanzen, Potenzmittel oder Rezepturen zu sich zu nehmen. Kein Hinweis ist ein Ratschlag für Kranke. Keine hier dargebotene Information soll die Selbstmedikation unterstützen. Achtung – das Leben birgt Risiken und Gefahren und endet immer tödlich! Bis dahin kann es jedoch versüßt werden.
Eryngium campestre
Diese distelartige, blaublühende Blume heißt Mannstreu – so legte man später den Namen aus – wegen des Stachligen und der blauen Farbe, der Treue. – Sie wurde von den Frauen den Männern ins Bett gestreut, damit sie sinnlich erregt würden. Sie muß am Johannestag (dem Tag der Fruchtbarkeit) gesammelt werden. Brunfels (Herbarum eicones 1530) erwähnt den Volksaberglauben, daß die Pflanze eine männliche und eine weibliche Wurzel habe, aber beide gleichgestaltet. Trage der Mann die männliche Wurzel bei sich, werde er bei den Frauen wohlgelitten sein. Die Pflanze ist dem Manne treu, hilfreich, daher ursprünglich ihr Name. Schon im Altertum soll Phaon eine solche Wurzel bei sich getragen haben, deswegen liebte ihn Sappho so sehr, daß sie sich zuletzt ins Meer stürzte. (?) – Dioscurides erwähnt sie nur als Mittel, die Menses zu fördern. Die heutige Volksmedizin verwendet ihre Wurzel gegen den Tripper.