Corynanthe Yohimbe

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Quel­le: Magnus Hirsch­feld & Richard Lin­sert: Lie­bes­mit­tel — Eine Dar­stel­lung der geschlecht­li­chen Reiz­mit­tel /​​ Aphro­di­sia­ca (MAN Ver­lag, Ber­lin, 1930)

Liebesmittel

Hin­weis: Nie­mand wird in irgend­ei­ner Form auf­ge­for­dert, irgend­ei­ne der hier behan­del­ten Sub­stan­zen, Potenz­mit­tel oder Rezep­tu­ren zu sich zu neh­men. Kein Hin­weis ist ein Rat­schlag für Kran­ke. Kei­ne hier dar­ge­bo­te­ne Infor­ma­ti­on soll die Selbst­me­di­ka­ti­on unter­stüt­zen. Ach­tung – das Leben birgt Risi­ken und Gefah­ren und endet immer töd­lich! Bis dahin kann es jedoch ver­süßt werden.

Corynanthe Yohimbe

Yohim­be oder Yum­be­hoa wird im tro­pi­schen West­afri­ka ein Baum genannt, des­sen 4–8 mm dicke Rin­de bei den Ein­ge­bo­re­nen schon als Aphro­di­sia­cum galt. Der Baum ist unse­rer Eiche ähn­lich. Das wich­tigs­te Alka­lo­id ist das Yohim­bin, das in der che­misch-phar­ma­zeu­ti­schen Indus­trie als Aphro­di­sia­cum eine außer­or­dent­lich gro­ße Rol­le spielt. Es wur­de von Spie­gel (vergl. Che­mi­ker-Zei­tung 1896, 1897, 1899) und fast gleich­zei­tig und unab­hän­gig von Thoms (Berich­te der Deut­schen Phar­ma­zeu­ti­schen Gesell­schaft, 1897) gefun­den. Spie­gel iso­lier­te das Alka­lo­id aus der Yohim­berin­de, die unter die­sem Namen als Dro­ge aus Kame­run kam. Thoms iso­lier­te das Alka­lo­id aus einer Dro­ge, die als Yum­be­hoa­rin­de in den Han­del kam, die aber nach dem Urteil von Schu­mann mit der Yohim­berin­de iden­tisch ist.

Fast sämt­li­chen phar­ma­zeu­ti­schen Prä­pa­ra­ten, die als geschlecht­li­che Reiz­mit­tel die­nen sol­len, ist Yohim­bi­mum hydro­clo­ri­cum bei­gege­ben, doch wird auch rei­nes Yohim­bin*) als Yohim­bi­mum hydro­clo­ri­cum Spie­gel verkauft.

*) Über die spe­zi­fi­schen Wir­kun­gen des Yohim­bins sind zahl­rei­che Berich­te in der Lite­ra­tur erschie­nen. Ein gro­ßer Teil kann ohne wei­te­res durch die wis­sen­schaft­li­chen Abtei­lun­gen der gro­ßen che­mi­schen Wer­ke ver­mit­telt wer­den. Wir beschrän­ken uns dar­um auf die­sen kur­zen Hinweis.

Inter­es­sant ist übri­gens, daß die Ein­ge­bo­re­nen im fran­zö­si­schen Kon­go die Rin­de eines Bau­mes als Aphro­di­sia­cum benutz­ten, den sie “Endun” nann­ten und den Pierre “Paus­i­nys­ta­lia Tril­le­sii” nann­te. Auch die­se Rin­de ent­hält Yohim­bin; der Baum selbst gehört wahr­schein­lich zur Gat­tung Corynanthe.