Quelle: Magnus Hirschfeld & Richard Linsert: Liebesmittel — Eine Darstellung der geschlechtlichen Reizmittel / Aphrodisiaca (MAN Verlag, Berlin, 1930)


Hinweis: Niemand wird in irgendeiner Form aufgefordert, irgendeine der hier behandelten Substanzen, Potenzmittel oder Rezepturen zu sich zu nehmen. Kein Hinweis ist ein Ratschlag für Kranke. Keine hier dargebotene Information soll die Selbstmedikation unterstützen. Achtung – das Leben birgt Risiken und Gefahren und endet immer tödlich! Bis dahin kann es jedoch versüßt werden.
Raphanus sativus
Die Rettiche blähen wie Linsen, Bohnen, Erbsen; sie haben auch einen scharfen, beißenden Geschmack, wie Senf und Raukenkraut, aus beiden Gründen gelten sie seit alter Zeit als Aphrodisiacum. Auch treiben sie die menses (Diosc. II 137). Dem Ehebrecher wurde (in Athen) das Gesäß mit warmer Asche eingerieben, alsdann wurde ihm ein Rettich in den After eingetrieben (Aristoph. nub. 1066, 1083 – Catull 13 – Lukian Peregr.) Vielleicht liegt aber bereits eine Anspielung des Rettichs auf den Penis zu Grunde. – Noch heute wird in Oberägypten Rettichsamen mit Honig gekocht und als Stimulationsmittel gegessen. Und schon im Mittelalter wurde in Frankreich und besonders in Süddeutschland (Bayern) der Rettich von Männern gegessen, um kräftigere Erektionen zu erzielen. So findet sich schon im XII. Jahrhundert eine große Menge Rettich unter den Abgaben an das Kloster St. Petri in Salzburg. Auch von Levinio Lennio wird der Rettich als bewährtes Aphrodisiacum empfohlen. Der Südslave sagt auch: Od rotke se coecu kurac dice = Vom Rettig hebt sich der Zumpt. (Mitteilung von Goldstein.)