Flachssaite

Hahnemanns Apothekerlexikon
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Flachs­sai­te, Cus­cu­ta euro­paea, L. [Zorn pl. Tab. 138.] mit vier­spal­ti­gen, stiel­lo­sen Blu­men, eine ein­jäh­ri­ge, faden­för­mi­ge Schma­ro­zer­pflan­ze, wel­che bald, nach­dem sie aus der Erde auf­ge­gan­gen, sich um die benach­bar­ten Sträu­cher und Pflan­zen, beson­ders Wicken, Klee, Hop­fen und Lein schlingt, und ihre Nah­rung aus der Rin­de die­ser Gewäch­se mit­telst vie­ler Saug­wärz­chen zieht, indeß ihre eig­ne Wur­zel ver­trock­net. Man fin­det sie häu­fig an Zäu­nen, wo sie im July ihre fleisch­farb­nen Blu­men­bü­schel trägt.

Die­ses Kraut (hb. Cus­cu­tae, Cus­cu­tae mai­o­ris), des­sen dün­ne Ran­ken statt der Blät­ter nur hie und da klei­ne Schup­pen haben, besitzt fast kei­nen Geruch, hin­ter­läßt aber beim Kau­en einen bei­send krat­zen­den Geschmack hin­ten im Gau­men, und scheint reit­zen­de und ein­schnei­den­de Kräf­te zu besit­zen. Die Vor­äl­tern rühm­ten es vor­züg­lich zur Zert­hei­lung der zähen Gal­le, gegen hypo­chon­dri­sche Melan­cho­lie u.s.w.