Fünftes Buch

Dioskurides Arzneimittellehre, Seite 514
er Rose und Ausschlag; er ist ferner sehr heilsam bei Nebennägeln, übergewachsenen Nägeln, rauhen Augenlidern und Geschwülsten, macht das Zahnfleisch fest, hilft als Salbe bei Podagra und bewirkt nach der Fuchskrankheit dichtes Haar. Wasser oder Wein, worin glühendes Eisen abgelöscht ist, wirken getrunken als gutes Mittel bei Unterleibeleiden, Dysenterie, Milzsucht, Cholera und durch Durchfall angegriffenem Magen.
Cap. 94. Eisenschlacke.
Die Eisenschlacke hat dieselbe Kraft wie der Eisenrost, nur ist sie geringer. Mit Sauerhonig getrunken hilft sie bei Sturmhutvergiftung.
Cap. 95. Gewaschenes Blei.
Das gewaschene Blei wird auf folgende Art bereitet: Gib in einen Mörser aus Blei Wasser und reibe mit einem bleiernen Pistill, bis das Wasser schwarz und schlammig wird, dann seibe durch Leinen, indem du Wasser nachgiessest, damit alles Abgeschiedene ausgewaschen werde. Dieses wiederhole, bis du genug zu haben glaubst. Dann lass das Ausgewaschene sich absetzen, giesse das Wasser ab und anderes zu und wasche es wie Kadmeia, bis nichts Schwarzes mehr obenauf schwimmt; darauf forme es zu Pastillen und bewahre es auf. Einige feilen reines Blei und reiben dieses in einem Steinmörser mit steinerner Keule, oder sie giessen Wasser zu, reiben mit den Händen unter Zugabe von Wasser und sammeln die schwarze Masse, welche sie sich absetzen lassen und gleich zu Pastillen formen; denn beim langen Reiben wird es bleiweissähnlich. Einige setzen den Feilspähnen eine Kleinigkeit Molybdaina zu, sie behaupten, dass das so gewaschene Blei besser sei. Es hat die Kraft zu kühlen, zu adstringiren, eine Haut zu bilden, zu erweichen, hohle Stellen auszufüllen, die Augenflüsse zu hemmen, ebenso die Fleischwucherungen in Geschwüren. Es stillt das Blut und ist mit Rosensalbe ein gutes Mittel bei Geschwüren am After, bei Geschwülsten, Hämorrhoiden und schwer vernarbenden Wunden. Ueberhaupt hat es dieselbe Wirkung wie die Zinkasche bis auf die Vernarbung. Das reine Blei hilft aufgerieben gegen den Biss des Seeskorpions und Seedrachens.