Dioskurides Arzneimittellehre, Seite 368

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Viertes Buch

Heilpflanzen-Welt -- Die Welt der Heilpflanzen!


Dio­s­ku­r­i­des Arz­nei­mit­tel­leh­re, Sei­te 368

wel­che denen der Wei­de ähn­lich sind und zusam­men­zie­hen­den Geschmack haben. Die Blü­t­he ist röth­lich oder gold­gelb; es wächst in sump­fi­gen Gegen­den und am Was­ser. Der Saft der Blät­ter ist adstrin­gi­rend und so ein gutes Mit­tel gegen Blut­aus­wurf und Dys­en­te­rie, im Trank und Klys­ti­er. Den Fluss der Wei­ber stellt er im Zäpf­chen ein­ge­legt; eben­so ist das Kraut sehr wirk­sam im Tam­pon bei Nasen­blu­ten, es ist über­haupt ein wund- und blut­stil­len­des Mit­tel. Zur Räu­che­rung ange­zün­det gibt es einen sehr schar­fen Rauch, so dass es die gif­ti­gen Thie­re ver­scheucht und die Flie­gen tödtet.

Cap. 4. Männliches Polygonon.

Poly­go­non avicu­la­re (Poly­go­naceae) – Vogelknöterich

Das männ­li­che Poly­go­non – Eini­ge nen­nen es Poly­gon­a­ton, Ande­re Kyn­o­cha­le, Hera­kleia, Asphal­tos, Chi­li­o­phyl­lon, Kle­ma, Poly­kar­pos, Kar­ki­nethron, Teu­tha­lis, Myr­t­o­pe­ta­lon, Kno­po­di­on, Zari­thea, Peda­li­on [die Aegyp­ter The­phis, auch Mem­phis, die Pro­phe­ten Heros­sa­me, Mäu­se­klaue, die Römer San­guina­lis, auch Pro­ser­pina­ka, die Afri­ka­ner Chulum]. Es ist ein Kraut mit zar­ten, schwa­chen, zahl­rei­chen mit Kno­ten besetz­ten Zwei­gen, wel­che aber die Erde hin­krie­chen wie Agros­tis. Die Blät­ter sind denen der Rau­te ähn­lich, doch läng­li­cher und wei­cher. Bei jedem Blat­te hat es eine Frucht, wes­halb es das männ­li­che heisst. Die Blü­te ist weiss oder roth. Es hat adstrin­gi­ren­de, küh­len­de Kraft. Der Saft ist, getrun­ken, ein gutes Mit­tel für die, wel­che an Blut­spei­en, Bauch­fluss, Cho­le­ra und Harn­zwang lei­den, er treibt auch stark den Harn. Mit Wein getrun­ken hilft er gegen den Biss gif­ti­ger Thie­re, gegen das Wech­sel­fie­ber, wenn er eine Stun­de vor Ein­tritt des­sel­ben genom­men wird. Fer­ner stellt er, im Zäpf­chen ein­ge­legt, den Fluss der Wei­ber, ist auch, ein­ge­tröp­felt, ein gutes Mit­tel bei Ohren­lei­den und Eiter­fluss. Mit Wein unter Zusatz von Honig gekocht wirkt er aus­ge­zeich­net bei Geschwü­ren an den Schamt­hei­len. Die Blät­ter wer­den als Umschlag gebraucht bei Erhit­zung des Magens, bei Blut­aus­wurf, bei krie­chen­den Geschwü­ren, rose­ar­ti­gen Ent­zün­dun­gen und Geschwuls­ten, eben­so bei Oede­men und fri­schen Wunden.