Dioskurides Arzneimittellehre, Seite 248

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Dio­s­ku­r­i­des Arz­nei­mit­tel­leh­re, Sei­te 248

dung. Sie wird mit Wei­zen­teig oder Lehm umhüllt und in den Back­ofen gege­ben oder auf Koh­len (gewor­fen), bis der breit­ge­schla­ge­ne Teig völ­lig geba­cken ist; wenn sie nach des­sen Weg­nah­me nicht weich gewor­den ist, schla­gen wir ande­ren Teig oder Lehm her­um und thun das­sel­be; denn wenn sie nicht auf die­se Wei­se gebra­ten ist, so ist sie zum Gebrau­che schäd­lich, beson­ders wenn sie inner­lich ange­wandt wird. Sie wird aber auch in einem bedeck­ten und in den Ofen gestell­ten Top­fe gerös­tet. Es wird aber von ihr das Mit­tel­ste genom­men, nach­dem die äus­se­ren Schup­pen ent­fernt sind. Sie wird auch ein­ge­schnit­ten und gekocht, indem das ers­te Was­ser weg­ge­gos­sen und ande­res zuge­schüt­tet wird, bis das Was­ser nicht mehr bit­ter oder scharf wird. Dann wird sie zer­schnit­ten und auf Lei­nen vert­heilt, so dass die Stü­cke ein­an­der nicht berüh­ren, und im Schat­ten getrock­net. Die Schnit­te gebraucht man zu Meer­zwie­bel­wein, ‑Oel und ‑Essig. Bei Ris­sen an den Füs­sen wird das Inne­re der rohen Zwie­bel mit Oel gekocht oder mit Harz geschmol­zen und auf­ge­legt, bei Vipern­bis­sen mit Essig gekocht als Kata­plas­ma gebraucht. Mit 1 Theil gedörr­ter Meer­zwie­bel rei­ben wir fein zusam­men 8 Thei­le gedörr­tes Salz und geben davon 1 oder 2 Ess­löf­fel voll nüch­tern zum Erwei­chen des Bau­ches. (Sie dient) zu Trän­ken und aro­ma­ti­schen Mit­teln, auch für die, bei denen wir Har­nen bewir­ken wol­len, fer­ner für Was­ser­süch­ti­ge und Magen­lei­den­de, bei denen die Spei­sen unver­daut im Magen lie­gen, bei Gelb­sucht, Krämp­fen, chro­ni­schem Hus­ten, bei Asth­ma­ti­kern und denen, die (Blut) aus­wer­fen. Aus­rei­chend ist das Gewicht von 3 Obo­len mit Honig als Leck­mit­tel. Sie wird auch mit Honig zusam­men­ge­kocht und gegen die­sel­ben Gebre­chen genos­sen, beson­ders zur Beför­de­rung der Ver­dau­ung. Sie führt die schlüpf­ri­gen Mas­sen durch den Stuhl­gang ab. Gekocht bewirkt sie das­sel­be, wenn sie in ähn­li­cher Wei­se genom­men wird. Man muss sich aber mit ihrer Dar­rei­chung bei sol­chen in Acht neh­men, die an inner­li­chen Geschwü­ren lei­den. Gedörrt hilft sie auch als Sal­be bei dünn­ge­stiel­ten War­zen und bei Frost­beu­len. Ihr fein gestos­se­ner Same, in einer getrock­ne­ten Fei­ge oder in Honig auf­ge­nom­men und geges­sen, erweicht den Bauch. Im gan­zen Zustan­de vor den Thü­ren auf­ge­hängt ist sie ein Universalabwehrmittel.