Dioskurides Arzneimittellehre, Seite 81

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Erstes Buch

Heilpflanzen-Welt -- Die Welt der Heilpflanzen!


Dio­s­ku­r­i­des Arz­nei­mit­tel­leh­re, Sei­te 81

Cap. 78. Böotische Myrrhe.

Smyr­ni­um Olu­sa­trum – Pferdseppich

Die böo­ti­sche Myr­rhe ist die von einem gewis­sen in Böo­ti­on wach­sen­den Bau­me abge­schnit­te­ne Wur­zel. Wäh­le die, wel­che der Myr­rhe an Wohl­ge­ruch ähn­lich ist. Sie hat erwär­men­de, erwei­chen­de, lösen­de Kraft. Mit Vort­heil wird sie auch den Räu­che­run­gen zugemischt.

Cap. 79. Styrax.

Styrax offi­ci­na­lis (Sty­raceae) – Styrax

Der Styrax ist die Thrä­ne eines gewis­sen, der Quit­te ähn­li­chen Bau­mes. Den Vor­zug ver­dient der gel­be und fet­te, harz­ähn­li­che, wel­cher weiss­li­che Körn­chen ent­hält, mög­lichst lan­ge den Wohl­ge­ruch behält und beim Kno­ten eine eige­ne honi­g­ähn­li­che Feuch­tig­keit abgibt. Ein sol­cher ist der gaba­li­ti­sche, pisi­di­sche und kili­ki­sche. Schlecht ist der schwar­ze, zer­reib­li­che und klei­en­ar­ti­ge. Es fin­det sich aber auch eine Thrä­ne, ähn­lich dem Gum­mi, durch­schei­nend, myr­rhen­ar­tig; die­se bil­det sich aber wenig. Sie ver­fäl­schen ihn durch­Ver­mi­schen mit dem Holz­mehl des Bau­mes, wel­ches von Wür­mern auf­ge­bohrt wird, mit Honig und dem Boden­sat­ze des Schwert­li­li­en­öls und ande­ren Sub­stan­zen. Eini­ge par­fü­miren Wachs und Taig, kno­ten es in der bren­nen­den Son­nen­hit­ze unter den Styrax und drü­cken es durch einen weit­lochi­gen Durch­schlag in kal­tes Was­ser, indem sie so gleich­sam Würm­chen bil­den, und ver­kau­fen es als sogen. Wurmstyrax. Die Unkun­di­gen las­sen einen sol­chen als ächt gel­ten, indem sie nicht auf die Stär­ke des Geru­ches ihr Augen­merk rich­ten, denn der unver­fälsch­te ist sehr scharf. Er hat erwär­men­de, erwei­chen­de, ver­dau­en­de Kraft, ist wirk­sam gegen Hus­ten, Katarrh, Erkäl­tung, Hei­ser­keit und Ver­lust der Stim­me, ist fer­ner ein gutes Mit­tel gegen die Ver­stop­fun­gen und Ver­här­tun­gen der Gebär­mut­ter und beför­dert, inner­lich genom­men und in