
Botanisches:
Der immergrüne bis über 6 m hohe Baum oder Strauch mit großen elliptischen Blättern lebt in den feuchtschattigen Wäldern Kleinasiens und des Balkans. Die kleinen weißen Blüten stehen in blattachselständigen Trauben. Da sich der Strauch leicht verschneiden läßt, wird er in wärmeren Lagen gern als dekorativer Zierstrauch angepflanzt. Blütezeit: April bis Mai.
Geschichtliches und Allgemeines:
Wie Clusius (Rariorum Plantarum Historia) erzählt, soll der französische Naturforscher Pierre Belou den Laurocerasus in der Nähe von Trapezunt 1556 entdeckt haben. Bald darauf wurde der Strauch in Frankreich, England und Deutschland eingeführt. Ray (Hist. Plant. 1693) erwähnt, daß er keine medizinischen Eigenschaften besitzen soll. Medizinisch wurde er dann erst vom 18. Jahrhundert an verwendet. 1731 lenkte der Ire Madden aus Dublin die Aufmerksamkeit der Royal Society in London auf verschiedene Vergiftungen, die durch den Gebrauch des Destillats der Kirschlorbeerblätter sich gezeigt hatten. Dieses Wasser soll viele Jahre von irischen Köchen zu Puddings gebraucht worden sein und ebenso als Zusatz zum Brandy, ohne daß sich schädliche Folgen bemerkbar gemacht hätten. Im 19. Jahrhundert wurde der Kirschlorbeer von den italienischen Ärzten als Antistimulans empfohlen, und Roux de Brignolles gebrauchte ihn gegen nervösen Husten, Herz- und Lungenkrämpfe. Berge und Riecke schildern die Vergiftung zweier Studenten, die Milch, in der einige Kirschlorbeerblätter eingeweicht gewesen waren, mit Tee zusammen getrunken hatten. Bei beiden traten Schwindel und Ohnmachten auf. Nach Dölze sollen Vögel manchmal durch die Ausdünstung der Kirschlorbeerblätter zugrundegehen.