Brechhaselkraut

Hahnemanns Apothekerlexikon
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Brech­ha­sel­kraut, Asar­um euro­pae­um L. [Zorn pl. med. Tab. 74.] mit zwei nie­ren­för­mi­gen stump­fen Blät­tern, eine in feuch­ten ber­gich­ten Gebü­schen, vor­züg­lich unter Hasel­nuß­ge­sträu­chen peren­ni-ren­de Pflan­ze, wel­che vom Febru­ar bis Mai, auch wohl noch zum zwei­ten male im Herbs­te bräun­lich blüht.

Die geruch­lo­sen, aber schärf­lich, ekel­haft, gewürz­ar­tig schme­cken­den Blät­ter (fol. asa­ri) sind in ältern, die wie Bal­dri­an, nur noch wid­ri­ger, rie­chen­de, und gewürz­haft, bei­ßend und wid­rig schme­cken­de, krie­chen­de, dün­ne, vier­kan­ti­ge, kno­ti­ge und bräun­li­che Wur­zel (rad. asa­ri) aber auch in neu­ern Zei­ten vor­züg­lich als ein Brech­mit­tel in Pul­ver, so wie auch zur Aus­lee­rung von unten, zur Beför­de­rung der Monats­zeit, gegen Fie­ber, in der Was­ser­sucht und als Nies­mit­tel ange­wen­det worden.

Die Wur­zel gie­bt, in der Kraft Erbre­chen zu erre­gen, der Ipe­ka­ku­an­he wenig nach, mit der sie auch ei-niger­ma­sen im Geschma­cke über­ein­kömmt, und völ­lig statt der letz­tern in alten Zei­ten gebraucht wor­den ist; ein mit Unrecht in den neu­ern Zei­ten ver­nach­läs­sig­tes Heilmittel.

Am bes­ten sam­melt man die Wur­zel im August.

Im hei­ßen Auf­gus­se, noch mehr durch Kochen, ver­lie­ren Blät­ter und Wur­zel alle ihre Kräfte.