Waldhaselnuß

Hahnemanns Apothekerlexikon
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Wald­ha­sel­nuß, Cory­lus Avel­la­na, L. [Zorn, pl. med. tab. 227] mit lan­zet­för­mi­gen Deck­blätt­chen, und haa­ri­gen, klei­nern Aes­ten; ein bekann­ter, ziem­lich hoher Strauch in Wäl­dern und Hecken, wel­cher im März blüht.

Die süß­lich­ten Ker­ne der Nüs­se (Nuces avel­lanae) wer­den zum Wohl­ge­schmack genos­sen, doch am bes­ten nach abge­zo­gnem Ober­häut­chen, wel­ches Hei­ser­keit, Hüs­teln und Brust­be­klem­mung zu erre­gen pflegt. Sie geben fast die Hälf­te ihres Gewichts an aus­ge­preß­tem Oele, wel­ches geruch- und geschmack­los ist, leicht trock­net und in der Käl­te nicht gerinnt. Es dient den Mahlern und zu auf­ge­gos­se­nen wohl­rie­chen­den Oelen statt des Behenöls.

Das wei­ße, fes­te Holz dient zu Reis­koh­len für die Mahler und gie­bt in der trock­nen Destil­la­ti­on ein stin­ken­des, sehr erhit­zen­des empy­rev­ma­ti­sches Oel (Ol. cory­li­num, hera­cli­num), wel­ches in ältern Zei­ten zu einem oder eini­gen Trop­fen, mit Brod­kru­men zu Pil­len gemacht, gegen Spuhl­wür­mer und Fall­sucht inner­lich gebraucht wor­den ist, äus­ser­lich in Zahn­schmer­zen – bei­des nur empi­risch und mit roher Hand.

Den Blüt­hen­staub (Pol­len inlorum cory­li), wel­cher im Aeus­sern viel Aehn­li­ches mit dem Stau­be des Bär­lapp­kol­ben­moo­ses hat, rühm­ten die Alten als ein gehei­mes Mit­tel gegen Fall­sucht; neue­re Erfah­run­gen fehlen.