Sassaparillsmilax

Hahnemanns Apothekerlexikon
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Sas­s­a­pa­rills­mi­lax, Smi­lax Sars­a­pa­ril­la, L. [Zorn, pl. med. tab. 560] mit sta­chel­lo­sen, eiför­mi­gen, abge­stutzt gespitz­ten, drei­ade­ri­gen Blät­tern, ein klet­tern­der Strauch in Bra­si­li­en, Mexi­ko, Peru (und Vir­gi­ni­en?) auf nie­dern Boden, an den Mün­dun­gen der Flüs­se gegen das Meer zu.

Die Wur­zel (Rad. Sar­sae, Zarz­ae, Sars­a­pa­ril­lae, Sal­sa­pa­ril­lae) besteht aus einem zoll­di­cken Kno­ten, der dicht unter der Ober­flä­che der Erde in sehr lan­ge Zasern aus­läuft. Die­se eini­ge Fuß lan­gen, der Län­ge nach gefurch­ten, höchs­tens einer Gän­se­spuh­le dicken Zasern oder Wur­zeln sind es, wel­che, von den fei­nen Fäser­chen gerei­nigt, ent­we­der (als die theu­ers­te Sor­te) in die Run­de zusam­men­ge­legt (Run­de Sas­s­a­pa­ril­le Sars­a­pa­ril­la rotun­da), oder der Län­ge nach zusam­men­ge­bun­den sind (lan­ge Sas­s­a­pa­ril­le Sars­a­pa­ril­la lon­ga), aus­wen­dig die stärks­ten, längs­ten, gerei­nigt-sten, und inwen­dig die schlech­tern Stü­cke und Abgän­ge. Man erhält sie auch in lockern, gro­ßen Bun­den, (Sars­a­pa­ril­la de Hon­du­ras) als die gan­ze Wur­zel, den dicken Knol­len, sammt den dar­aus ent­sprin­gen­den, lan­gen Wur­zeln, und den fei­nen Fasern dar­an, ohne Ord­nung durch­ein­an­der gewun­den. Die guten eines Gän­se­kiels dicken Wur­zeln müs­sen äu-sser­lich hell­grau röth­lich, inwen­dig weiß, und fest seyn und sich bequem spal­ten las­sen. Die äus­ser­lich schwar­zen sehr zähen oder leicht zer­reib­li­chen, oder wurm­frä­ßi­gen sind verwerflich.

Sie haben kei­nen Geruch und einen schwa­chen, etwas bit­ter­li­chen Geschmack; beim Kau­en löset der Spei­chel eini­ge meh­lich­te und schlei­mi­ch­te Thei­le auf, das übri­ge ist hol­zicht zähe. Durch kal­ten Auf­guß läßt sich wirk­lich viel Stär­ke­mehl dar­aus abson­dern, des­halb hat auch der Absud etwas kleis­ter­ar­ti­ges. Die Zei­ten sind vor­über, wo man die Sas­s­a­pa­ril­le zur Hebung der rei­nen vene­ri­schen Krank­hei­ten für zurei­chend hielt. In neu­ern Zei­ten hat man ihr wie­der gro­ße Lob­sprü­che bei­gelegt in einer Men­ge äus­ser­li­cher Uebel, die man zwar für vene­risch hielt, wo aber die Umstän­de zei­gen, daß sie vom Mis­brauch des Queck­sil­bers erzeugt wor­den waren, in nächt­li­chen Kno­chen­schmer­zen, und Abma­ge­run­gen von Queck­sil­ber, Leistendrüsen‑, Nasen- und Mast­darm­ge­schwü­ren, so wie auch in chro­ni­scher Gicht und Rheu­ma­tism, drei Unzen der Wur­zel in sechs Pfun­den Was­ser bis zu zwei Pfun­den ein­ge­kocht und so viel alle Tage ver­braucht. Hie­zu braucht die Wur­zel nicht gespal­ten zu wer­den, da sie ohne­hin so dünn ist. Wird das Spal­ten aber durch­aus ver­langt, so wird sie vor­her an einen feuch­ten Ort gelegt, nicht aber in Was­ser geweicht, wel­ches ihr die weni­gen Kräf­te voll­ends ganz weg­neh­men würde.

Man sieht aus der Men­ge Wur­zel, die täg­lich ver­braucht wer­den soll, wie wenig Kräf­te sie habe. Nimmt man nun hie­zu, daß noch and­re Wur­zeln statt ihrer in den Han­del gekom­men sind, da meh­re­re in Ame­ri­ka den Nah­men Sars­a­pa­ril­la, das ist Heck­re­be füh­ren (z.B. die Ara­lia nudi­cau­lis, die Smi­lax aspe­raund ein and­rer Smi­lax ohne Sta­cheln mit herz­för­mi­gen, vor­ne aus­ge­schnit­te­nen Blät­tern, u.s.w.) so sind Kuren mit einer so weit her gezo­ge­nen, so theu­ern, so schwach­kräf­ti­gen, der Ver­fäl­schung so leicht unter­wor­fe­nen Wur­zel in vie­ler Rück­sicht mislich.