Rundcyper

Hahnemanns Apothekerlexikon
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Rund­cy­per, Cyperus rotun­dus, L. [Rott­b­öl, descr. etIc.pl.I. tab. 14. fig. 2]mit drei­kan­ti­gem fast blät­ter­lo­sem Sten­gel, zwie­fach zusam­men­ge­setz­ter Dol­de, und gleich­brei­ten wech­sel­wei­se ste­hen­den Blu­men­äh­ren, ein etwa zwei Schuh hohes Kraut mit peren­ni­ren-der Wur­zel, im Ori­ent, vor­züg­lich in Aegyp­ten, doch auch in Pro­vence auf den wäs­se­ri­gen Wie­sen um Petit Gen­til­ly ein­hei­misch, wel­ches braun­röth­lich pur­pur-roth blüht.

Die an dün­nen Zasern hän­gen­den klei­nen Wur­zel­kno­ten (Rad. Cyperi rotun­di ori­en­ta­lis) sind von der Gestalt und Grö­ße einer Oli­ve, mit par­al­le­len Que­er­rin­gen umge­ben, äußer­lich hell­braun, inner­lich von wei­ßem mür­bem Mar­ke von schwa­chem, ange­neh­mem Geru­che, aber von stär­kerm, bit­term und hit-zigerm Geschma­cke als die Wur­zel des Lang­cy­pers, dem etwas kamp­fer­ar­ti­ges bei­gemischt ist. Sie scheint aller­dings kräf­ti­ger in ihren dau­er­haft wir­ken­den Be-standt­hei­len zu seyn, als der (viel­leicht an flüch­ti­gen Stof­fen ihn über­tref­fen­de) Lang­cy­per, wie schon eini­ge der Alten ein­ge­se­hen haben, unge­ach­tet man es häu­fig geleug­net hat. Man bringt die Wur­zel aus der Levante.

Sie ist wie der Lang­cy­per zur Magen­stär­kung und zur Befes­ti­gung des Zahn­fleisches in Gur­gel­was­sern gebraucht wor­den, ob es wohl kräf­ti­ge­re Mit­tel hie­zu gie­bt. Auch in Eng­brüs­tig­keit hat man sie gerühmt, unbestimmterweise.