Rundblattsonnenthau

Hahnemanns Apothekerlexikon
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Rund­blatt­son­nent­hau, Dro­se­ra rotun­di­fo­lia, L. [Zorn, pl. med. tab. 470] mit wur­zeln­den Blu­men­schäf­ten, und rund­schei­bi­gen Blät­tern, ein etwa sechs Zoll hohes Kraut mit peren­ni­ren­der Wur­zel auf Sümp­fen und zwi­schen dem Sumpf­torf­moo­se (spha­gnum palust­re) auf Torf­moo­ren, wel­ches im July weiß blüht.

Die zwei Lini­en lan­gen, run­den, hoh­len, gelb­grü­nen, glat­ten Blät­ter (hb. Roris folis, Rorel­lae) sind mit krau­sen pur­pur­ro­then Haa­ren am Ran­de und in der Mit­ten besetzt, an denen fast immer fei­ne Tröpf­chen einer zähen Feuch­tig­keit, wie Thau, selbst bei trock­nem Wet­ter hän­gen, die sich in wei­ße, sei­den­ar­ti­ge Fäden zie­hen läßt. Die Blät­ter sind geruch­los, aber von bit­ter­lich säu­er­li­chem und schärf­li­chem etwas zusam­men­zie­hen­dem Geschma­cke, wel­cher beim Trock­nen fast gänz­lich ver­geht. Im fri­schen Zustan­de ziehn sie auf der Haut Bla­sen, und beit­zen Hü-ner­au­gen und War­zen weg. Man hält sie beim inner­li­chen Gebrau­che für Schleim zert­hei­lend, und in Lun­gen­sucht, bei Katar­rhen, bei Was­ser­sucht, bei Augen­ent­zün­dun­gen und gegen Unfrucht­bar­keit dien­lich; Behaup­tun­gen, die vie­len Bewei­ses bedür­fen. Man hat sie auch auf die Hand­wur­zel gegen Wech­sel­fie­ber gelegt; ein unsich­rer Rath. Ihre Schär­fe scheint bei der Destil­la­ti­on mit Was­ser über­zu­ge­hen, und ihre wah­ren Kräf­te noch unbe­kannt zu seyn.