Ger­hard Mad­aus: Lehr­buch der bio­lo­gi­schen Heil­mit­tel. Ver­lag Georg Thie­me, Leip­zig, 1938
(Ori­gi­nal, voll­stän­dig erhal­ten) – bei eBay zu ver­kau­fenRezen­si­on 1938, Archiv der Pharmazie

Thuja occidentalis – Seite 2 von 4 – Monographie Madaus

Lehr­buch der bio­lo­gi­schen Heilmittel
Mono­gra­phie Thu­ja occi­den­ta­lis (Sei­te 2 von 4)
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Botanisches:

Der bis 20 m hohe, in Nord­ame­ri­ka hei­mi­sche Baum zeigt schma­len, pyra­mi­da­len Wuchs und wird in Euro­pa viel­fach ange­pflanzt. Ich fand ihn im feuch­ten Grun­de des Nia­ga­ra­fal­les ganz in der Nähe des Kata­rak­tes. Die Äste sind waa­ge­recht ver­zweigt (zum Unter­schied von Th. ori­en­ta­lis). Die Blät­ter sind schup­pen­för­mig und kreuz­wei­se gegen­stän­dig. Sie sind an den Kan­ten der Äste gekielt, wäh­rend die auf den Flä­chen der Äste ste­hen­den Blät­ter auf dem Rücken einen Drü­sen­hö­cker haben. Die Blü­ten sind ein­häu­sig, die männ­li­chen kuge­lig. Die Frucht ist ein zuletzt sich öff­nen­der, klei­ner, läng­li­cher Zap­fen, des­sen zehn bis zwölf Frucht­schup­pen bei der Rei­fe fast leder­ar­tíg sind. Die Samen sind rings­um geflü­gelt. Blü­te­zeit: April bis Mai.

Geschichtliches und Allgemeines:

Die grü­nen Zwei­ge waren frü­her unter dem Namen Ramu­li arbo­ris vitae als schweiß- und harn­trei­ben­des Mit­tel offi­zi­nell. In Deutsch­land und Öster­reich wird der Lebens­baum vom Vol­ke oft als Abor­ti­vum benutzt. Auch bei den Slo­wa­ken trin­ken die Mäd­chen zu die­sem Zwe­cke einen Absud der Zwei­ge. Gme­lin berich­tet, daß die India­ner von Nord­ame­ri­ka aus den jun­gen Trie­ben eine Sal­be gegen Gelenk­schmer­zen her­stel­len. In der Vete­ri­när­heil­kun­de hat man mit der Dro­ge gute Erfol­ge bei Rotz und Mau­ke gehabt.