
Botanisches:
Der bis 20 m hohe, in Nordamerika heimische Baum zeigt schmalen, pyramidalen Wuchs und wird in Europa vielfach angepflanzt. Ich fand ihn im feuchten Grunde des Niagarafalles ganz in der Nähe des Kataraktes. Die Äste sind waagerecht verzweigt (zum Unterschied von Th. orientalis). Die Blätter sind schuppenförmig und kreuzweise gegenständig. Sie sind an den Kanten der Äste gekielt, während die auf den Flächen der Äste stehenden Blätter auf dem Rücken einen Drüsenhöcker haben. Die Blüten sind einhäusig, die männlichen kugelig. Die Frucht ist ein zuletzt sich öffnender, kleiner, länglicher Zapfen, dessen zehn bis zwölf Fruchtschuppen bei der Reife fast lederartíg sind. Die Samen sind ringsum geflügelt. Blütezeit: April bis Mai.
Geschichtliches und Allgemeines:
Die grünen Zweige waren früher unter dem Namen Ramuli arboris vitae als schweiß- und harntreibendes Mittel offizinell. In Deutschland und Österreich wird der Lebensbaum vom Volke oft als Abortivum benutzt. Auch bei den Slowaken trinken die Mädchen zu diesem Zwecke einen Absud der Zweige. Gmelin berichtet, daß die Indianer von Nordamerika aus den jungen Trieben eine Salbe gegen Gelenkschmerzen herstellen. In der Veterinärheilkunde hat man mit der Droge gute Erfolge bei Rotz und Mauke gehabt.