Edelsalbei

Hahnemanns Apothekerlexikon
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Edel­sal­bei, Sal­via offi­ci­na­lis L. [Zorn pl. med. Tab. 165.] mit eirund lan­zet­för­mi­gen, unget­heil-ten, ein­ge­kerb­ten Blät­tern, ähren­för­mi­gen Blüt­hen und spit­zi­gen Blu­men­de­cken, eine im süd­li­chen Euro­pa ein­hei­mi­sche, in unsern Gär­ten etwa einen Schuh errei­chen­de, peren­ni­ren­de Pflan­ze, wel­che den Som­mer über gemei­nig­lich blau blüht.

Von die­ser Pflan­ze, vor­züg­lich von der­je­ni­gen Abart, wel­che weiß­li­che Blät­ter mit klei­nen Blatt­an­sät­zen hat (Sal­via auricu­la­ta Mill.) bedient man sich der Blu­men und Blät­ter (flor. herb. Sal­viae, Sal­viae nobi­lis), wel­che einen auf­fal­len­den, doch ange­neh­men Geruch, und einen bit­ter­lich aro­ma­ti­schen Geschmack besit­zen. Von ihren Ner­ven­kraft erhe­ben­den, erwär­men­den Tugen­den, wodurch sie von Schwä­che her­rüh­ren­de wäs­se­ri­ge Aus­lee­run­gen mäsi­gen und in Ord­nung brin­gen, und die Ver­dau­ungs­we­ge in Thä­tig­keit set­zen, rüh­ret ein Theil der Wir­kun­gen und Lob­sprü­che her, die man die­ser Pflan­ze bei den Alten in Ueber­flus­se bei­gemes­sen hat. Vor­züg­lich im Zit­tern, Bleich­sucht und Nacht­schwei­ßen nach hit­zi­gen Fie­bern hat man sie gepriesen.