Dioskurides Arzneimittellehre, Seite 486

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Fünftes Buch

Heilpflanzen-Welt -- Die Welt der Heilpflanzen!


Dio­s­ku­r­i­des Arz­nei­mit­tel­leh­re, Sei­te 486

Cap. 14. Wein aus der wilden Traube.

Der dunk­le Wein aus der wil­den Trau­be ist adritrin­gi­rend und als sol­cher ein gutes Mit­tel gegen Bauch- und Magen­fluss, sowie gegen die ande­ren Krank­heits­zu­stän­de, bei denen Adstrin­gi­ren und Zusam­men­zie­hen ange­bracht ist.

Cap. 15. Honigwein.

Der Honig­wein wird in hit­zi­gen Fie­bern den­je­ni­gen gege­ben, wel­che einen schwa­chen Magen haben. Er erweicht näm­lich etwas den Bauch, treibt den Harn und rei­nigt den Magen. Er ist ein gutes Mit­tel für Gicht- und Nie­ren­kran­ke und für die, wel­che an Schwä­che des Kop­fes lei­den; heil­sam erweist er sich auch für was­ser­trin­ken­de Wei­ber, denn er ist wür­zig und nahr­haft. Er wird dem Honig­me­th vor­ge­zo­gen, weil die­ser aus her­bem und altem Wein und wenig Honig berei­tet wird, der Honig­wein aber aus 5 Chus her­ben Mos­tes, 1 Chus Honig und 1 Becher Salz. Man muss ihn aber in einem gros­sen Kes­sel her­stel­len, damit er Raum hat zum Auf­wal­len, indem man all­mäh­lich das eben genann­te Salz zustreut, so lan­ge er auf­schäumt; wenn er sich beru­higt hat, muss man ihn in ande­re irde­ne Gefäs­se abfüllen.

Cap. 16. Oinomeli.

Der Honig­wein hat den Vor­zug, wel­cher aus altem und her­bem Wein und geschön­tem Honig gemacht ist, denn ein sol­cher bläht weni­ger auf und wird bald gut. Der alte ist nahr­haft, der mitt­le­ren Alters ist gut für den Bauch und treibt den Harn; nach der Mahl­zeit genom­men scha­det er, dage­gen vor­her getrun­ken macht er voll, regt dann aber den Appe­tit an. Bei der Berei­tung wer­den meist 2 Metre­tes Wein mit 1 Metre­tes Honig gemischt. Um ihn schnel­ler fer­tig zu haben, kochen eini­ge den Honig mit dem Wein zusam­men und fül­len ihn so um. Ande­re mischen des Vort­heils (der Spar­sam­keit) wegen mit 6 Xes­tes gäh­ren­den Mos­tes, mit 1 Xes­tes Honig und fül­len ihn nach der Gärung um, er bleibt aber süss.

Cap. 17. Melikraton.

Der Honig­me­th besitzt die­sel­be Kraft wie der Honig­wein. Wir wen­den den­sel­ben unge­kocht an da, wo wir den Bauch erwei­chen oder Bre­chen erre­gen wollen,