Drittes Buch

Dioskurides Arzneimittellehre, Seite 291
Cap. 41 b (48). Steinklee.
Melilotus creticus (Papilionacea) – Kretischer Stein- oder Süssklee
Der Melilotos [Einige nennen ihn Zoodotion, Andere Ortanon, die Propheten Thermuthis, die Aegypter Haimeith, die Römer Sertula, auch Trypatium], der beste ist der attische und der bei Kyzika und Karchedon wachsende, er ist safranfarbig und wohlriechend; er wächst aber auch in Campanien um Nola, in etwa dem Bockshorn ähnlich und mit schwachem Wohlgeruch. Er hat die Kraft zu adstringiren und jede Geschwulst zu erweichen, besonders solche um die Augen, an der Gebärmutter, am After und an den Hoden, wenn er in süssem Wein gekocht und als Compresse aufgelegt wird, wozu bisweilen auch gebratenes Eiweiss oder Bockshornmehl oder Leinsamen oder feines Weizenmehl oder Mohnköpfe oder Wegwart gemischt wird. Er heilt,für sich allein in Wasser frischen Kopfausschlag und mit Thon von Chios und Wein oder Galläpfein aufgestrichen bösen Grind, ferner Magenschmerzen sowohl mit Wein gekocht als auch roh mit einem der vorgenannten Mittel. Ferner lindert er roh mit süssem Wein zu Saft verarbeitet und eingetröpfelt Ohrenschmerzen und mit Essig und Rosenöl angefeuchtet Kopfschmerzen.
Cap. 42 (49). Maron.
Origanum sipyleum (Labiatae)
Das Maron oder Isobryon – Einige nennen es auch Origanis – ist eine bekannte Pflanze, in der Blüthe dem Dosten ähnlich; aber die Blätter dieses sind viel weisser und die Blüthe ist wohlriechend. Es hat eine Kraft ähnlich wie die Wasserminze, etwas adstringirend und mässig erwärmend. Darum hält es als Umschlag fressende Gesellwüre auf und wird auch erwärmenden Salben zugemischt. Es wächst bei Magnesia und am meisten bei Tralles.