Zweites Buch

Dioskurides Arzneimittellehre, Seite 170
Cap. 62. Sprungbein des Schweines.
Das Sprungbein des Schweines, gebraten bis es aus Schwarz weiss wird, dann zerrieben und genossen, heilt die Aufblähungen des Kolons und anhaltende Krämpfe.
Cap. 63. Hirschhorn.
Das gebrannte und gewaschene Hirschorn, in der Gabe von 2 Löffeln genommen, hilft mit Traganth bei Blutauswurf, Dysenterie, Magenschmerzen, Blasenleiden, bei flussleidenden Frauen mit einer dem leidenden Zustande angemessenen Flüssigkeit. Es wird aber auch gestossen und in einen rohen Topf, welcher mit Lehm rund herum verschmiert ist, gegeben und im Ofen gebrannt, bis es weiss ist. Gewaschen wird es wie Galmei. Ein solches ist ein gutes Mittel bei Wunden in den Augen und bei Flüssen. Fein gerieben macht es die Zähne glatt. Roh als Räucherung angebrannt verscheucht es die Schmerzen. Mit Essig gekocht lindert es als Mundwasser die Schmerzen beim Hervorbrechen der Backenzähne.
Cap. 64. Raupen.
Pieris brassicae und P. rapae – Grosser und kleiner Kohlweissling
Die auf den Gemüsen wachsenden Raupen schützen, so wird gesagt, mit Oel eingerieben, vor den Bissen giftiger Thiere.
Cap. 65. Kanthariden.
Lytta vesicatoria – Spanische Fliege, Kanthariden
Zum Aufbewahren geeignet sind die vom Getreide gesmmelten Kanthariden. Diese wirf in einen ungepichten Krug und verbinde die Oeffnung mit lockerer, reiner Leinwand, wende ihn um und über dem Dampfe von siedendem Essig hin und her und halte damit aus, bis sie erstickt sind; dann reihe sie auf und bewahre sie auf. Am wirksamsten sind die bunten mit gelben Querstreifen auf den Flügeln und Körper, welche dick und etwas fettig sind wie die Schaben. Die einfarbigen sind unwirksam.