Kieselfeuchtigkeit

Hahnemanns Apothekerlexikon
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Kie­sel­feuch­tig­keit, (Liqu­or sili­cum) ist eine inni­ge Ver­ei­ni­gung der Kie­sel­er­de mit Lau­gen­salz, wenn man Einen Theil rei­nen Sand oder fein­ge­rie­be­nen wei­ßen Kie­sel mit zwei bis vier Thei­len Gewächs­lau­gen­sal­ze in einem sehr geräum­li­chen Tie­gel zum Flus­se bringt, und wenn das Schäu­men, wel­ches die von der Kie­sel­er­de bewirk­te Aus­trei­bung der Luft­säu­re ver­ur­sacht, vor­über ist, die ruhig flie­ßen­de, glas­ähn­li­che Mas­se auf einen Mar­mor aus­gießt und sie im Kel­ler an feuch­ter Luft zer­flie­ßen läßt zu einer Flüs­sig­keit, wel­che sich von jeder Säu­re, selbst von der Luft­säu­re, zer­set­zen läßt, und an Geschmack und arz­nei­li­cher Wir­kungs­art wenig vom rei­nen Gewächs­lau­gen­sal­ze abweicht. Man hat sie ehe­dem zu fünf bis zwan­zig Trop­fen als ein harn­trei­ben­des Mit­tel (unnö­thi­ger­wei-se) verordnet.