Intervall-Fasten: Der kleine Bruder des Heilfastens

Beim Intervall-Fasten oder iFasten wird nur für einen Tag in der Woche auf Essen verzichtet. Wegen seiner Wirksamkeit rückt iFasten seit einigen Jahren in den Fokus der Wissenschaft. Dabei zeigte sich: iFasten ist nicht nur ein hochwirksames Element zur vorbeugenden Gesundheitsförderung und Selbstheilung, sondern die vermutlich wirksamste Anti-Aging-Maßnahme, die bekannt ist.

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Frisches Wasser

Das Intervall-Fasten (iFasten) ist der kleine Bruder des bekannten medizinischen Heilfastens (zum Beispiel nach Otto Buchinger). Das prophylaktische und therapeutische Potential beider Verfahren ist sehr ähnlich. Allerdings gibt es einen wesentlichen Unterschied: Das Heilfasten ist eine oft unter fachlicher Überwachung länger dauernde Nahrungsrestriktion. Sie dauert mindestens sieben bis zehn Tage und kann je nach medizinischem Anliegen bis zu sechs Wochen (und länger) durchgeführt werden. Beim iFasten handelt es sich hingegen um eine kurzzeitige Nahrungsrestriktion für nur einen Tag, die völlig selbstständig durchgeführt und in den Lebensalltag integriert werden kann. Weder Kuraufenthalte oder eine engmaschige Betreuung durch Fastenexperten sind also notwendig. Das iFasten rückt seit einigen Jahren zunehmend in den Fokus der Wissenschaft. Nicht nur, weil es ein praktikables und hochwirksames Element zur vorbeugenden Gesundheitsförderung und Selbstheilung ist, sondern die vermutlich wirksamste Anti-aging-Maßnahme, die bekannt ist. Zudem ist iFasten eine der wenigen Möglichkeiten, einen durch ein Abnehmprogramm erzielten Gewichtsverlust dauerhaft, anstrengungsfrei und ohne JoJo-Effekt zu erhalten.

Fasten - Gott und sich selbst näher kommen:

Fasten ist auf das Engste mit der Kulturgeschichte der Menschheit verbunden. Es wird seit Jahrtausenden als Übung zur Enthaltsamkeit, Hilfsmittel zum Bezug auf das eigene Selbst, Weg zur Ekstase oder als Teil ritueller oder vorbereitender heilender Reinigungen durchgeführt. Im alten Ägypten beispielsweise durften Priester erst nach längerem Fasten mit der Göttin Isis in Kontakt treten. In der Antike bereiteten sich Kranke vor dem Besuch des Asklepios-Tempels fastend auf geplante Heilbehandlungen vor. Muslime, Buddhisten und Christen üben seit jeher freiwilligen Nahrungsverzicht. In der römisch-katholischen Liturgie gehört 40-tägiges Fasten zur Vorbereitung auf die Osterfeier, um des Leidensweges Jesu Christi zu gedenken. Gläubige fasten auch heute noch freiwillig im Rahmen eigener Möglichkeiten: Sie nutzen es, um sich selbst und den eigenen Zielen näher zu kommen. Oder wie Schwester Helena vom Orden „Karmel Maria vom Frieden“, Köln, formuliert: „Fasten kann helfen, Gott die Tür zu öffnen und sich bewusst machen, dass Er mit uns geht“.

Liebgewordene Gewohnheit: Regelmäßige Mahlzeiten

Prof. Dr. Mark P. Mattson, Baltimore/USA, hat sich um die Erforschung des iFastens (engl. „intermittent fasting“) besonders verdient gemacht. Der Chef des US-Bundesinstitutes für Altersforschung belegt eindrucksvoll mit vielen Studien, die unter seiner Leitung durchgeführt wurden: iFasten steigert nicht nur erheblich die Lebenserwartung von Lebewesen (bei einigen niederen Tierarten bis zum 1000-fachen!), sondern wirkt langfristig gewichtssenkend oder Gewicht stabilisierend. Zudem ist iFasten auch ein vorbeugendes „Mittel“ bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vermag Reparaturmechanismen im Gehirn anwerfen, die Nervenschäden reparieren, wie sie zum Beispiel beim Morbus Alzheimer entstehen [1].

Bei der Ergründung des gesundheitsförderlichen iFastens setzte sich der Amerikaner mit seinen Forscherteams auch mit dem Überkonsum von Lebensmitteln und den heutigen Ernährungsgewohnheiten auseinander. In vielen Ländern und Kulturen sind ja mindestens drei regelmäßige, tägliche Mahlzeiten und oftmals noch zusätzliche „Zwischenmahlzeiten“ gang und gäbe. Werden diese meist hochkalorischen Essgewohnheiten mit einem vorwiegend sitzenden Lebensstil kombiniert, ist das ein wesentlicher Hintergrund moderner Zivilisationserkrankungen wie der weltweiten Epidemie von Adipositas und Erwachsenen-Zuckerkrankheit, so das Credo der Alterforscher aus Bethesda.

Adipositas- und Diabetes-Epidemie: Bislang keine wirksamen Lösungen

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Der Bauchumfang ist wichtig

Auch wenn diese Erkenntnisse nicht neu sind, ist es aus Mattsons Sicht unbedingt notwendig, das zunehmend globale Problem immer wieder klar und eindeutig zu beschreiben. Schließlich sind Übergewicht, Fettsucht (Adipositas) und Diabetes weltweit immer schwerwiegendere und in ihren Folgen immer teurer werdende Probleme, für die bislang keine wirksamen Lösungen gefunden worden sind. In Deutschland sind beispielsweise, laut zweiter Nationaler Verzehrstudie [2], 66 % der Männer und 50% der Frauen übergewichtig. Besonderes schwerwiegend ist dabei die viszerale Adipositas (Bauchfett, Wampe), da sie gesundheitlich ungemein gefährlich ist. Die Bauchwampe ist eng mit dem Auftreten des Metabolischen Syndroms verknüpft. Dieses „tödliche Quartett“ wird durch eine Kombination von vermehrtem Bauchfett, erhöhtem Blutdruck, einer zunehmenden Entgleisung der Blutfette sowie einer Störung des Zuckerstoffwechsels im Körper gekennzeichnet. Es ist der wesentliche Vorläufer der Erwachsenen-Zuckerkrankheit und deren fatalen Folgen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen mit Dialysepflicht, Blindheit oder Amputation von Gliedmaßen. Vor diesem Hintergrund bekommt eine im Lebensalltag leicht realisierbare, vorbeugend und therapeutisch wirksame Methode wie das Intervall-Fasten natürlich eine besondere Bedeutung. Zwar ist die Option im Gesundheitssystem unbeliebt und wird gerne ignoriert (da hiermit kein Geld verdient werden kann), dennoch erfährt sie heute - dank Mattson und anderer Grundlagenforscher - eine erhebliche wissenschaftliche Reputation.

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Laufen verlängert das Leben

Auch wenn die Kulturanthropologie der frühen Menschheitsgeschichte wesentlich von den Phantasien mancher wissenschaftlicher Autoren bestimmt ist, kann als sicher angenommen werden: Die tägliche Nahrungsbeschaffung war vor den Zeiten des Sesshaft-Werdens oft mühsam und belastend. Um ausreichend essbare Samen, Wurzeln, Früchte, Vogeleier, Insekten zu sammeln oder der Jagd nachzugehen werden bei unseren Vorfahren „Laufleistungen“ zwischen 50 bis 70 Kilometern angenommen (in modernen Kategorien berechnet). Auch mit dem allmählichen Beginn der Sesshaftigkeit verschwand der Hunger als regelmäßiger Gast der Menschen nicht. Klein- und großräumige Wetter-Schwankungen, Zwischeneiszeiten und viele andere Unbilden des täglichen Lebens erforderten hohe Anpassungsleistungen an Phasen von Nahrungsknappheit.

Nahrungsmangel gehört zur Evolution des Menschen

iFasten kann wie das medizinische Heilfasten auch für eine heilsame Zäsur gestörter Lebensfunktionen sorgen, ist Mattson überzeugt. Wieso, erklärt der amerikanische Wissenschaftler in seinen Publikationen. Regelmäßige Unterbrechungen der Nahrungsaufnahme gehörten eng zur evolutionären Entwicklung aller Arten und auch der Menschheit. Menschen sahen und sehen sich bis in die Gegenwart nicht nur längeren Phasen von Nahrungsknappheit und Hunger ausgesetzt. Sondern sie mussten sich auch immer wieder den unterschiedlichsten, zum Teil sehr lebensfeindlichen Lebensbedingungen stellen. So waren unsere Vorfahren zum Beispiel dem Verlauf der Jahreszeiten ausgesetzt oder hatten sich vieler Krankheiten oder tierischer Feinde zu erwehren. Auch lebten die in Sippen oder Clans organisierten Menschengruppen oftmals nicht friedlich zusammen. Der Streit um knappe Nahrungsressourcen war extrem herausfordernd und konnte tödlich enden.

Langes Leben = hohe Gesundheit?

Der mit intermittierendem Fasten erzielbare erhebliche Zugewinn an Lebenserwartung bei vielen „kurzlebigen“ - und deshalb im Labor gut zu beobachtenden - Tierarten führt zu einer für Medizin und Naturmedizin entscheidenden Frage: Ist eine hohe Lebenserwartung immer ein Ausdruck von Gesundheit? Hierzu hat der Ernährungsexperte Prof. Werner Kollath (1892-1970) schon vor Jahrzehnten eine experimentell belegte Aussage getroffen: Eine ungenügende „halbwertige“ (mesotrophe) Ernährung ermöglicht zwar ein langes Leben, aber nur unter dem Preis chronischer Krankheit. Die Schulmedizin des 21. Jahrhunderts behauptet hingegen, eine lange Lebenserwartung sei quasi ein Synonym für Gesundheit (in Wirklichkeit ist sie aber unter den derzeitigen Umständen nur ein Synonym für maximale Wertschöpfung).

Mit Nahrungsverzicht zu gesteigerten Leistungen und vermehrter Ausdauer

Und diese evolutionären Anpassungen gingen eben nicht einher mit solchen Folgen, die der Mensch des 21. Jahrhunderts befürchtet, wenn er nicht regelmäßig und ausreichend Essen auf den Tisch bekommt. Es kommt also nicht zu körperlicher oder geistiger Schwäche, zu Antriebsarmut, zum Erschlaffen der Sinne oder einem komaähnlichen Zustand, wie er gerne in hollywoodesken Weltuntergangsfilmen beschrieben wird. Im Gegenteil: Wie schon die Fastenärzte aller Jahrhunderte beobachtet haben, führt Nahrungsverzicht sehr rasch zu einer Anregung praktisch aller Lebensvorgänge in Mensch und Tier. Das ist - der Logik der Evolution folgend - auch klar: Nur mit gesteigerter Leistung, erhöhter Wachheit und vermehrter Ausdauer  kann die Lebensaufgabe erfolgreich gelöst werden - nämlich auch in knappen Zeiten notwendige Nahrung zu beschaffen.

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Jede Form von Bewegung tut gut

Mattson und andere Forscher haben in den letzten Jahrzehnten eine ganze Reihe jener Mechanismen entdeckt, die es uns ermöglichen, trotz „herausfordernder“, stressige Einflüsse mit gesteigerter, optimierter Leistung zu reagieren. So erwarben beispielsweise alle Zell- und Organsysteme spezielle molekulare Signal- und Stoffwechselwege, die nachweislich ihre Widerstandsfähigkeit und Funktion zum Beispiel auf den Stressor „Hunger“ deutlich erhöhen. Diese Anpassungsleistungen sind genetisch determiniert und stehen damit auch dem modernen Menschen zur Verfügung. Allerdings gibt es dabei ein „kleines“ Problem: Die Menschen in der westlich geprägten Welt setzen sich weder körperlicher Anstrengung, noch klimatischen Herausforderungen oder gar einem regelmäßigen Nahrungsentzug aus. Im Gegenteil: Der moderne Mensch bewegt sich wenig (im Durchschnitt 400 Schritte pro Tag!), lebt vorwiegend in geheizten oder klimatisierten Räumen und erhält täglich reichlich Nahrung ohne saisonale Beschränkungen. Da die evolutionär angelegten Mechanismen bei einem solchen Leben überhaupt nicht abgerufen werden, so Mattson, reagieren Menschen unter anderem mit Übergewicht und werden anfälliger für Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, neurodegenerative Störungen oder Krebs [3].

Hormesis und iFasten: Grundprinzip der Heilung

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Siebenseitiger Würfel

Das Fasten, wie das iFasten, wird in der Naturmedizin als das Setzen eines Heilungsreizes verstanden. Heilungsimpulse sollen die Lebenskraft aktivieren oder die Selbstheilungskräfte stimulieren. Seit Menschengedenken wird darüber gestritten, ob solche Impulse eher stark oder schwach dosiert sein sollen. Vom mittelalterlichen Arzt, Alchimisten und Philosophen Paracelsus (1493-1541) stammt beispielsweise der gern zitierte Satz „Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift wird“ („Dosis facit venenum“). Trotz dieser weisen Einsicht ist die Medizin der Neuzeit von einem eher überschießenden Einsatz heilender Reize bis hin zur völligen Entkräftung der Patienten gekennzeichnet (zum Beispiel bei übertriebenem Aderlaß). Vor diesem Hintergrund erkannte einige Jahrhunderte später der Begründer der Homöopathie, Arzt und Apotheker Samuel Hahnemann (1755-1843) die überragende Bedeutung niedriger Arzneimittel-Dosierungen bei der Heilung von Krankheiten und schlug die homöopathische „Potenzierung“ vor. Die Potenzierung beruht auf einem stufenweise-rhythmischem Verdünnungsverfahren, bei dem oftmals vom Ausgangsstoff eines Arzneimittels nur noch geringste Spuren oder überhaupt nichts übrigbleibt. Der in Bonn lehrende Physiologe Prof. Dr. Eduard Friedrich Wilhelm Pflüger (1829-1910) formulierte schließlich sein „Grundgesetz“, das sich nicht nur auf Arzneimittel bezog: „Kleine Reize regen die Lebenstätigkeit an, mittelstarke können sie hemmen und sehr starke heben sie auf“. Dieses Pflüger’sche Grundgesetz, auch als „Hormesis“ bezeichnet, beschreibt exakt die heilsamen Effekte des iFastens, so Mattson [4]. In hoher, anhaltender „Dosierung“ ist Nahrungsverzicht ohne Frage irgendwann tödlich. In kleinen Dosierungen hingegen „regt es die Lebenstätigkeit“ an.

Der Einsatz des siebenseitigen Würfels:

Die Ermittlung des iFastentages in der Woche mit einem Würfel ist wichtig. Tatsächlich ist der Mensch und vor allem sein Organismus ausgesprochen anfällig für Gewohnheiten. Langjährige iFaster beobachteten: Wird ein iFasten-Tag nur auf einen bestimmten Tag in der Woche festgelegt, stellt sich der Körper darauf ein und der Selbstheilungs-Effekt wie auch der Gewichtsverlust entfällt.

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Krafttraining und Ausdauer zur Unterstützung des iFastens

Auch wenn Berichte der Intervall-Fasterinnen zum Teil sehr unterschiedlich ausfallen, so fällt eine Gemeinsamkeit auf: Die Frauen haben das iFasten – also den einen Tag des Nicht-Essens innerhalb einer Woche – als mehr oder weniger große Herausforderung empfunden. Besonders auch die Frauen, die berufstätig waren. Ein Tag mit komplettem Nahrungsverzicht, aber dem Trinken von reinem Wasser, wurde von mancher Frau auch als besondere Selbsterfahrung wahrgenommen. Um an den iFasten-Tagen nicht über das Essen nachdenken zu müssen, entschieden sich die meisten dafür, besonders aktiv zu sein. Die meisten Frauen überstanden die Vormittage der iFasten-Tage ohne besondere Schwierigkeiten, erst gegen Abend traten bei vielen Hungergefühle auf. Diese führten jedoch nur bei wenigen Frauen zu Problemen. Sie konnten sich zum Beispiel schwach fühlen, an Kältegefühlen oder Kopfschmerzen leiden. Frühes Zu-Bett-gehen oder rechtzeitiges Schlafen halfen dann. Auch die Verwendung einer Wärmflasche wurde als hilfreich empfunden.

iFasten=24 bis 32 Stunden nichts essen!

Das iFasten fand in den medizinischen Ratgebern durchaus einen gewissen Nachhall. Allerdings wurde die tatsächliche Idee entweder nicht verstanden oder verwässert: Um es den Mitmenschen nicht so schwer zu machen, wurden Vorschläge unterbreitet wie z.B das „Dinner-Cancelling“ (das Abendessen ausfallen lassen) oder das Essen in bestimmte Zeiten zu verlegen wie morgens zwischen 8 und nachmittags 16 Uhr. Doch diese Varianten haben mit dem Intervall-Fasten nichts gemein. Für den Heilreiz oder die beschriebene Hormesis ist eine essensfreie Zeit von mindestens 24 Stunden (zuzüglich der 8 bis 10 Stunden Nachtruhe davor oder danach) notwendig. Nur ein kleines Beispiel: Durch das „nicht Nachfüllen des Essens“ bekommt der Magen nichts mehr zu tun, und die Magenschleimhäute liegen aufeinander. Wird nach 30 Stunden dann wieder etwas gegessen, dehnt sich der Magen natürlich wieder, um die Nahrung aufzunehmen. Interessanterweise stellten iFasterinnen fest, dass sie nach iFasten-Tagen schneller satt sind. Auch besteht nicht das Bedürfnis, an Folgetagen „etwas nachholen – also mehr essen zu müssen“.

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Kaffee: Genuss oder Gewohnheit?

In vielen Erfahrungsberichten kommt der Stolz zum Ausdruck „es geschafft zu haben“. Auch die Erkenntnis, „dass es gar nicht schwer war“, ist nachzulesen. Viele Frauen nehmen sich an den iFasten-Tagen besonders intensiv wahr, gehen Stimmungen und Gefühlen nach. Sie empfinden den iFasten-Tag als gute „Auszeit“ und als Gelegenheit, einmal etwas völlig anderes auszuprobieren. Ermutigt und gestärkt gehen die meisten hervor aus der iFasten-Studie hervor. Einigen gelingt sogar eine nachhaltige Umstellung bei den Essgewohnheiten, wie nicht mehr so viele Süßigkeiten zu naschen oder weniger Fleisch zu essen beispielsweise. Interessanterweise klagen einige Frauen über Kopfschmerzen, weil sie auf ihren morgendlichen Kaffee verzichteten. Nach eingehender Betrachtung empfahlen die Studienleiter, nicht auf den Genuss des Kaffees zu verzichten – wenn sonst genügend Wasser getrunken wird. Nach dieser positiven Erfahrung mit dem iFasten nahmen sich einige Frauen vor, alleine weiterzumachen. Langzeiterfahrungen mit iFasten zeigen, dass an den Fastentagen eine ausgesprochen hohe körperliche Leistungsfähigkeit zu beobachten ist (auch bei sportlichen Leistungen), die geistige Wachheit oft höher als an „Ess-Tagen“ beschrieben wird und die seelische Empfindsamkeit oder Reaktionsfähigkeit erhöht ist. Unerwarteter Weise zeigt Intervall-Fasten also all jene positiven Wirkungen auf Körper, Seele und Geist, wie sie ausführlich bereits für das medizinische Heilfasten beschrieben worden ist.

10-iFasten-Regeln:

1) Einmal pro Woche auf Essen und kalorienhaltige Getränke verzichten.

2) Den 24-stündigen iFasten-Tag morgens beginnen und ihn jede Woche auf einen anderen Wochentag legen (Vermeidung Gewöhnung).

3) Nur einen Tag fasten.

4) Nur klares, frisches Wasser trinken oder kalorienfreie Tees (Hagebutten-Tee z.B.) Medizinal-Tees nur trinken, wenn vom Arzt verordnet.

5) Am iFastentag keine Abführmittel (keine pflanzlichen Mittel oder Glaubersalz) nehmen (nur wenn ärztlich verordnet).

6) Das Führen eines kleinen Tagebuchs kann hilfreich sein: Aufzeichnungen über Bedürfnisse, Änderungen von Essensgewohnheiten, Gewichtsveränderungen z.B.

7) Erfahrungsaustausch mit anderen iFastern (z.B. im Internet) kann stärken.

8) iFasten an Festen, Feierlichkeiten oder Geschäftsessen meiden.

9) Bei vorliegenden Krankheiten wie Zuckerkrankheit, Krebs, Herzschwächen, Arterienverkalkung ist das Einverständnis des betreuenden Arztes nötig.

10) Sportliche oder körperliche Aktivitäten unterstützen.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

Der Ausspruch „ohne meinen morgendlichen Kaffee geht gar nichts“ kommt gerne von erklärten Kaffee-Liebhabern. Auch das Gläschen Wein, um den Abend ausklingen zu lassen, ist der wohligen Gewohnheit geschuldet (oder irgendwann der Alkoholsucht). Der menschliche Alltag ist geprägt von liebgewordenen Gewohnheiten oder Ritualen. Meistens werden sie schon früh gelernt (oder antrainiert) und dann unbewusst durchgeführt oder gehören zum liebevoll gepflegten Miteinander. Sie können durchaus ihre Berechtigung haben. Gerade Essensgewohnheiten in Familien können für Kinder zur Strukturierung eines Tages wichtig sein, genauso wie das gesellige Beisammensein, welches Geborgenheit vermitteln kann. Irgendwann kann es im Leben aber wichtig werden, antrainierte, liebgewonnene Ernährungsgewohnheiten zu hinterfragen. Das bietet die Freiheit, sich eigener Bedürfnisse bewusst zu werden und entsprechend zu essen oder zu handeln. Und: Den Gewohnheiten, die rituell oder unbewusst durchgeführt werden, liegen manchmal innere Unsicherheiten oder unbefriedigte Bedürfnissen zugrunde. Das Hinterfragen von Gewohnheiten und das Ausprobieren von Neuem kann ein erster Schritt zu neuen Freiheiten sein, die häufiger auch mit einem gesünderen Lebensstil verknüpft sind. Intervall-Fasten, einmal pro Woche, bietet eine gesunde Möglichkeit, festsitzende Ernährungsgewohnheiten zu lockern.

Eine Buchbesprechung des Buches "Abnehmen mit IFasten

Intervall-Fasten oder kurz iFasten bedeutet, einen Tag pro Woche fasten. An einem beliebigen Wochentag wird nur kalorienfreies Flüssiges wie Früchtetee, Mineralwasser oder normales Leitungswasser zu sich genommen. Dieser eine Tag des Nichtessens hat dieselben heilsamen Wirkungen wie längeres Fasten, haben Wissenschaftler herausgefunden. Denn iFasten löst im Körper dieselben Mechanismen aus, wie längeres Fasten: Die Aktivierung der Selbstheilungskräfte, womit unter vielem anderen auch die körpereigene Gewichts-Regulierung angestoßen werden.

Die Autoren des Buches „Abnehmen mit iFasten“ – selber erfahrene iFaster – bearbeiteten aus langjährigem Eigeninteresse das Thema Übergewicht. Ihre Erfahrungen (auch aus dem Fitnessstudio), Recherchen und eigene wissenschaftliche Arbeiten mündeten in einem querdenkerischem Buch: Zu Beginn stellen die Autoren die wahren Ursachen von Übergewicht dar und regen das Hinterfragen bestimmter Denkgewohnheiten an. Beispiel: „Weniger essen macht schlank. Also muss viel essen dick machen“. Umfassende Literaturrecherchen und Meta-Analysen der beiden ergaben, dass die weltweite Übergewichts-Epidemie auf sehr viel mehr Ursachen beruhen kann als meist angenommen: Antibiotika, Schäden der Darmflora, Stress, Schlafstörungen, Konsum von Fertig- oder überzuckerter Lebensmittel, zuviel Auto fahren, Bitterstoffmangel der Nahrung, bestimmte Adenovirus-Infektionen, erhöhter Medienkonsum (intensive Nutzung des Handys, des Fernsehens oder Internets) oder der Einnahme bestimmter Medikamente beispielsweise.

Ein weiterer Teil des Buches stellt eine eigene iFasten-Studie mit 52 Frauen vor, die die Autoren geleitet haben. Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen die internationalen Studien, nämlich, dass iFasten beim Abnehmen hilft. Das Besondere dieses iFastenbuches jedoch ist, dass etliche Studienteilnehmerinnen selbst zu Wort kommen. Ihre Testimonials umfassen vieles, was die Frauen während der Studie bewegte: So schildern sie ihre Erfahrungen, Erlebnisse, Gedanken und Gefühle rund um das iFasten. Zweifelnde Gedanken – nämlich wie beispielsweise „einen Tag lang nicht essen? Das schaffe ich nicht“ – hatten auch die Studienteilnehmerinnen. Oder von Zweifel-Überwindung, Ausprobieren von etwas Neuem, Erfolg und Stolz berichten die Frauen ebenfalls. Und: Interessanterweise kann iFasten noch Weiteres in Gang bringen. Die Frauen erzählen auch davon, dass sie ihre Essensgewohnheiten überprüften, der allgemeine Geschmack sich änderte, zum Beispiel manches als zu süß oder überflüssig empfunden wurde. Bei einigen konnte der langjährige Wunsch, generell „gesünder“ leben zu wollen nach dem iFasten endlich erstmals verwirklicht werden. Die selbst erfahrene Stärke durch iFasten ermutigt nämlich dazu, neue Chancen des Lebens zu ergreifen und Änderungen zu realisieren.

Bubenzer RH, Hirschler M: Abnehmen mit iFasten. Direkte Bestellung

Autor/In: Marion Kaden, Natur & Heilen (2017)
Quellen: [1] Quellen: (1) Marosi K, Mattson MP: BDNF mediates adaptive brain and body responses to energetic challenges. Trends Endocrinol Metab. 2014 Feb;25(2):89-98.
[2] 2. Nationale Verzehrstudie: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Ernaehrung/NVS_Ergebnisbericht.pdf?__blob=publicationFile
[3]  Mattson M P: Challenging oneself intermittently to improve health. Dose Response. 2014 Oct 20;12(4):600-18. doi: 10.2203/dose-response.14-028.Mattson. eCollection 2014.
[4] (2) Mattson MP: Dietary factors, hormesis and health. Ageing Res Rev. 2008 Jan;7(1):43-8.
[5] Bubenzer RH, Hirschler M: Abnehmen mit iFasten. multiMEDvision Verlag. Berlin. 2015. ISBN 978-3-00-046699-1