Waldbulkis

Hahnemanns Apothekerlexikon
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Wald­bul­kis, Stachys syl­va­ti­ca, L. [Curt. flor. lond. tab. 283] mit sechs­blüt­hi­gen Wir­teln, und herz­för­mi­gen, gestiel­ten Blät­tern; ein höchs­tens drei Fuß hohes Som­mer­ge­wächs in den dun­kels­ten Hai­nen, wel­ches im Heu- und Ern­de­mo­na­te pur­pur­far­big blüht.

Die­ses über und über mit wei­chen Haa­ren besetz­te Kraut, beson­ders die der Brenn­nes­sel ähn­li­chen Blät­ter (Hb. Gali­op­si­dis, Gale­op­si­dis, urti­cae iner­tis magnae foet­idis­si­mae, Lamii maxi­mi syl­va­ti­ci foe­ti-di) haben einen erd­har­zig stin­ken­den Geruch und einen gru­sich­ten, etwas sal­zicht zusam­men­zie­hen­den Geschmack. Mehr als Haus­mit­tel, denn als Arz­nei hat man in ältern Zei­ten den Auf­guß davon in Sei­ten­ste­chen, in Nie­ren­schmer­zen und in Skro­pheln (im Krop­fe), auch wohl den Auf­guß, das Dekokt, und das trock­ne Pul­ver in Hypo­chon­drie (empi­risch) ein­ge­ge­ben und die frisch zer­quetsch­ten Blät­ter auf fres­sen­de Geschwü­re gelegt. Sei­ne wah­ren, gewiß nicht gerin­gen Kräf­te aber, so wie sei­ne eigent­hüm­li­che Wir­kungs­art sind aus die­sen unbe­stimm­ten Aeus­se­run­gen nicht zu errathen.