Taubenkropferdrauch

Hahnemanns Apothekerlexikon
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Tau­ben­krop­ferd­rauch, Fuma­ria offi­ci­na­lis, L. [Zorn, pl. med. tab. 14] mit trau­ben­för­mi­gen, ein­saa-migen Schöt­chen, und umher gebrei­te­tem Sten­gel; ein etwa neun Zoll hohes, zum Theil nie­der­lie­gen­des Som­mer­ge­wächs, wel­ches auf fet­ter sal­pe­ter­hal­ti­ger Erde in Gär­ten und auf Gemüß­ä­ckern wuchert, und in den Früh­lings­mo­na­ten hel­ler oder dunk­ler pur­pur­far­big blüht.

Das geruch­lo­se, aber unan­ge­nehm bit­ter schme­cken­de Kraut (Hb. Fuma­riae) hat man in neu­ern Zei­ten größ­tent­heils im frisch gepreß­ten Saf­te, und im Dick­saf­te inner­lich ange­wen­det, und zwar ver­schie­dent­lich mit Glück, in meh­rern, selbst hart­nä­cki­gen Haut­krank­hei­ten. In Leber­ver­här­tun­gen, wenigs­tens in der Gelb­sucht mit Erbre­chen hat man es dien­lich gefun­den. Was es in andern Kach­e­x­ien und in der Hypo­chon­drie, wie die Rede geht, etwa leis­ten möch­te, liegt noch sehr im Dun­keln. Die ange­geb­ne Dosis von zwei bis drei Unzen Saft ist aber auf jeden Fall zu groß. Das trock­ne Kraut ist noch bit­trer, und sein Auf­guß, wie die Tink­tur, ist nicht von gerin­ger Wirk­sam­keit. Unge­ach­tet man dem Wein­geis­te die Fähig­keit abge­spro­chen hat, sei­ne Arz­nei­kräf­te aus­zu­zie­hen, so gilt dieß doch gar nicht von dem nicht was­ser­frei­en, oder dem Branntweine.