Leonurus cardiaca, Echtes Herzgespann

Die Phy­to­the­ra­peu­ti­sche Welt (Jubi­lä­ums­aus­ga­be des Hau­ses A. Nattermann)
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Leonurus Cardiaca



Leonurus cardiaca L. Var. villosus Benth. — Echtes Herzgespann

Leonurus Cardiaca

Botanik:

Das Herz­ge­spann, auch Löwen­schwanz genannt, ist eine statt­li­che, bis 1m hohe Labia­te. Sie stammt aus Asi­en, ist aber an vie­len Stel­len Euro­pas ein­ge­bür­gert, z. T. auch kultiviert.

Droge:

Her­ba Leonuri Car­dia­cae — Herzgespannkraut

Wirksame Prinzipien:

Alka­lo­id Leo­nu­car­din (iden­tisch mit Stac­hy­drin), Bit­ter­stoff, Leonurin (nicht zu ver­wech­seln mit dem Alka­lo­id Leonurin aus Leonu­rus sibi­ri­cus), etwas äthe­ri­sches Öl, Gerbstoff.

Kurze Angaben zur Pharmakologie und Therapie:

Auf­güs­se der Dro­ge bewir­ken eine Erwei­te­rung der peri­phe­ren Gefä­ße und eine Beru­hi­gung des Zen­tral­ner­ven­sys­tems, Ver­lang­sa­mung des Herz­rhyth­mus und Ver­grö­ße­rung der Dia­s­to­le. Toxi­sche Effek­te wur­den nicht beob­ach­tet. Die Wir­kung auf das ZNS des Fro­sches ist 3 bis 4 mal stär­ker als die von Bal­dri­an­prä­pa­ra­ten glei­cher Kon­zen­tra­ti­on. Die bereits um das Jahr 1500 beschrie­be­ne herz­kräf­ti­gen­de Wir­kung einer Kur mit Herz­ge­spann-Tee wur­de auch in neu­es­ter Zeit wie­der bestä­tigt. Leonuris car­dia­ca ist geeig­net zur Behand­lung von Herz- und Gefäß­n­eu­ro­sen, Myo­car­dio­dys­tro­phie, Myo­car­di­tis, Angi­na pec­to­ris, Kar­di­alskle­ro­se und Myasthe­nie des Her­zens nach infek­tiö­sen Erkran­kun­gen. Da das Alka­lo­id eine Wir­kung auf den Ute­rus besitzt, wird das Herz­ge­spann auch bei men­struel­len bzw. kli­mak­te­ri­schen Beschwer­den angewendet.