Mondrautosmunde

Hahnemanns Apothekerlexikon
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Mondr­au­to­s­mun­de, Osmun­da Luna­ria, L. [Zorn, pl. med. tab. 65.] mit einem ein­zel­nen Schaf­te, einer Blüt­hen­trau­be an der Sei­te und einem ein­zel­nen, gefie­der­ten Blatt­zwei­ge, ein auf trock­nen Stel­len und Gra­se­plät­zen hoher Ber­ge woh­nen­des, etwa fünf bis sechs Zoll hohes Farn­kraut mit peren­ni­ren­der Wur­zel, wel­ches bin­nen den bei­den Mona­ten Mai und Juny erscheint, Nachts mit ange­neh­men Geru­che blüht und dann vergeht.

Die glat­ten, wei­chen, dick­li­chen, sichel­för­mi­gen, süß­licht trock­nend und zusam­men­zie­hend schme­cken­den Blät­ter (Folia Luna­riae botry­ti­dos) mögen wohl adstrin­gi­ren­den Stoff ent­hal­ten. Die Alten rühm­ten sie in Blut- Schleim- und Bauch­flüs­sen, so wie über­haupt, wo erschlaff­te Thei­le zu stär­ken waren. Sie sind ent­behr­lich, am meis­ten in den aber­gläu­bi­gen und alche­mis­ti­schen Absich­ten, wozu sie gemiß­braucht wor­den sind.

Mond­kraut; theils Mondr­au­to­s­mun­de, theils die Gat­tung Luna­ria.