Ger­hard Mad­aus: Lehr­buch der bio­lo­gi­schen Heil­mit­tel. Ver­lag Georg Thie­me, Leip­zig, 1938
(Ori­gi­nal, voll­stän­dig erhal­ten) – bei eBay zu ver­kau­fenRezen­si­on 1938, Archiv der Pharmazie

Damiana – Seite 2 von 4 – Monographie Madaus

Lehr­buch der bio­lo­gi­schen Heilmittel
Mono­gra­phie Dami­a­na (Sei­te 2 von 4)
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Botanisches:

Die Fami­lie der Tur­neraceae ent­hält Kräu­ter oder Sträu­cher mit wech­sel­stän­di­gen Blät­tern, die meist unge­teilt, sehr sel­ten gefie­dert sind. Die Blü­ten sind zwit­te­rig, regel­mä­ßig und ste­hen ent­we­der ein­zeln in den Blatt­win­keln auf einem frei­en Blü­ten­stiel oder auch in gip­fel­stän­di­gen Trau­ben. Der fünf­zäh­li­ge Kelch ist blei­bend. Die Blu­men­blät­ter sind in der Kelch­röh­re ange­wach­sen. Die Blü­ten ent­hal­ten fünf getrenn­te Staub­ge­fä­ße, einen ein­fa­chen Frucht­kno­ten mit drei Grif­feln. Die Frucht ist eine ein­fä­che­ri­ge, viel­sa­mi­ge Kap­sel. Die etwa 30 Arten der Fami­lie ver­tei­len sich auf zwei Gat­tun­gen. Sie sind in West­in­di­en und Süd­ame­ri­ka behei­ma­tet. Bei der Gat­tung Tur­ne­ra L. ist der Kelch röh­rig-trich­te­rig, die ein­jäh­ri­ge Tur­ne­ra dif­fu­sa und Tur­ne­ra aphro­di­sia­ca, die im nörd­li­chen Süd­ame­ri­ka, in Zen­tral­ame­ri­ka (Texas, Mexi­ko) und im süd­li­chen Nord­ame­ri­ka hei­misch sind, gedei­hen dort am bes­ten in lich­tem Schat­ten. Die Blät­ter sind hell­grün, gezähnt, bei T. dif­fu­sa dicht behaart, bei T. aphro­di­sia­ca kahl. Auf der Unter­sei­te haben sie klei­ne Schei­ben­drü­sen, in denen man die Lie­fe­ran­ten der wirk­sa­men Sub­stanz vermutet.

Dami­a­na
(etwa ½ nat. Gr.)
Tur­ne­ra aphro­di­sia­ca Ward
Tur­neraceae

Geschichtliches und Allgemeines:

Die Mexi­ka­ner, denen die Wir­kung der Pflan­ze schon lan­ge bekannt ist, trin­ken die Dami­a­na als Haus­mit­tel in Form von Tee­auf­guß zur Stär­kung der Ner­ven. Auch india­ni­sche Jäger stell­ten fest, daß die Abko­chung der Pflan­ze nach ermü­den­den Mär­schen ein gutes Stär­kungs­mit­tel ist, fer­ner kann­ten sie sie als Aphrodisiakum.