Kreterdost

Hahnemanns Apothekerlexikon
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Kre­ter­dost, Ori­ga­num cre­ti­cum, L. [Dodon. pempt. T. 284.] mit lan­gen, gera­den gedräng­ten, pris­ma­ti­schen Blu­men­äh­ren und häu­ti­gen Deck­blät­tern, wel­che dop­pelt so lang als die Blu­men­de­cke sind, eine peren­ni­ren­de Pflan­ze im Ori­en­te, im süd­li­chen Euro­pa, auch in der Schweiz.

Die lehm­far­bi­gen, der Gestalt der Hop­fen­zap­fen ähneln­den Blu­men­äh­ren (spi­cae ori­ga­ni cre­ti­ci, fälsch­lich hb. Orig. cr et.) haben einen durch­drin­gen­den kräf­ti­gen, aro­ma­ti­schen Wohl­ge­ruch, und einen ähn­li­chen bei­ßen­den, bren­nen­den, bit­ter­lich gewürz­haf­ten Wohl­ge­schmack, wel­che sich bei­de sehr lan­ge erhal­ten. Die Magen stär­ken­den, erwär­men­den, Ner­ven bele­ben­den Eigen­schaf­ten der­sel­ben haben sich bewährt; man rühmt ihre Kraft in der feuch­ten Eng­brüs­tig­keit, und die Monat­zeit zu beför­dern. Sie die­nen zur Wür­zung der Spei­sen, vor­züg­lich der ita­lie­ni­schen Sal­la­te. Das dar­aus im Aus­lan­de destil­lir­te Oel (Spa­nisch­hop­fen­öl, ol. orig. cre­ti­ci) ist blut­roth von Far­be, sehr gewürz­haf­tem Geru­che, und äußerst bren­nen­dem Geschma­cke. Es wird mit vie­lem Nut­zen in ange­fres­se­ne, schmer­zen­de Zäh­ne getröp­felt; doch mit Scho­nung der wei­chen Thei­le des Mundes.