Kamillmettram

Hahnemanns Apothekerlexikon
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Kamill­mettram, Matri­ca­ria Cha­mo­mil­la, L. [Zorn, pl. med. Tab. 139.] mit kegel­för­mi­gem Frucht­bo­den, aus­ge­brei­te­ten Strah­len, und Blu­men­deck­schup­pen, wel­che einen glei­chen Rand bil­den, eine jäh­ri­ge, zwei Schuh hohe Pflan­ze, wel­che im July und August auf gebau­ten Aeckern gel­be Blu­men mit wei­ßen Strah­len trägt.

Das Kraut, noch mehr aber die Blu­men (hb. flor. cha­mae­me­li, cha­mo­mil­lae, nost­ra­tis, vul­ga­ris) haben einen duf­ten­den, Kopf ein­neh­men­den Geruch, und bit­tern, erwär­men­den Geschmack. Die Blu­men vor­züg­lich besit­zen eine krampf­wid­ri­ge, beru­hi­gen­de Kraft, die sie in Hem­mung der Wech­sel­fie­ber, der Blä­hungs- und Nie­ren­ko­lik, im Magen­drü­cken, der Hys­te­rie aus Magen­schwä­che und den Nach­we­hen viel­fäl­tig geäu­ßert haben, am bes­ten bey unvoll­blü­ti­gen Kran­ken. Man braucht sie zu die­sem Behu­fe inner­lich und äußerlich.

Die an Gestalt ähn­li­chen Blu­men der geruch- und kraft­lo­sen Acker­ka­mil­le dür­fen nicht an ihrer Stel­le gesam­melt werden.

Das aus den Blu­men destil­lir­te blaue, dick­li­che Oel (ol. cha­mom. vulg.), wel­ches mit der Zeit gelb wird, und wovon man 1/​800 bis 1/​256 erhält, besitzt ähn­li­che, nur dabey sehr hit­zi­ge Eigen­schaf­ten. Es erregt bei Voll­blü­ti­gen Emp­find­li­chen, leicht ver­schie­de­ne Krämpfe.