Colchicum autumnale (Herbstzeitlose)

Erschei­nungs­da­tum Bun­des­an­zei­ger: 18.9.1986.,
Heft­num­mer: 173., ATC-Code: M04AC.
Mono­gra­phie BGA/​​BfArM (Kom­mis­si­on E)
Colae semen (Kolasamen)InhaltsverzeichnisColocynthidis fructus (Koloquinthen)










Bezeich­nung des Arzneimittels
Col­chi­ci semen, Herbstzeitlosensamen;
Col­chi­ci tuber, Herbstzeitlosenknollen;
Col­chi­ci flos, Herbstzeitlosenblüten.

Bestand­tei­le des Arzneimittels
Die Dro­ge besteht aus den Im Juni/​Juli geern­te­ten und getrock­ne­ten Samen,
oder den im Juli/​August gesam­mel­ten, geschnit­te­nen und getrock­ne­ten Knollen,
oder den im Spät­som­mer und Herbst gesam­mel­ten fri­schen Blü­ten von Col­chi­cum autum­na­le LINNÉ sowie deren Zube­rei­tun­gen in wirk­sa­mer Dosierung.
Col­chi­cum autum­na­le ent­hält als wirk­sa­men Bestand­teil Col­chi­cin; im Samen min­des­tens 0,4% (DAC 1979, Stammlieferung).

Anwen­dungs­ge­bie­te
Aku­ter Gicht­an­fall; Fami­liä­res Mittelmeerfieber.

Gegen­an­zei­gen
Schwangerschaft.
Hinweis:
Vor­sicht bei alten und geschwäch­ten Pati­en­ten sowie bei sol­chen mit Herz‑, Nie­ren- oder gas­tro­in­testi­na­len Erkrankungen.

Neben­wir­kun­gen
Durch­fall, Übel­keit. Erbre­chen, Bauch­schmer­zen, Leu­ko­pe­nie, bei län­ge­rem Gebrauch Haut­ver­än­de­run­gen, Agra­nu­lo­zy­to­se, aplas­ti­sche Anämie, Myo­pa­thie und Alopezie.

Wech­sel­wir­kun­gen mit ande­ren Mitteln
Kei­ne bekannt.

Dosie­rung
Soweit nicht anders verordnet:
Im aku­ten Anfall oral als Initi­al­do­sis ent­spre­chend 1 mg Col­chi­cin, gefolgt von 0,5–1,5 mg alle 1–2 Stun­den bis zum Abklin­gen der Schmerzen.
Die Tages­ge­samt­do­sis soll 8 mg Col­chi­cin nicht über­schrei­ten. Zur Anfalls­pro­phy­la­xe und The­ra­pie des Fami­liä­ren Mit­tel­meer­fie­bers oral täg­lich ent­spre­chend 0,5–1,5 mg Colchicin.

Art der Anwendung
Zer­klei­ner­te Dro­ge, Frisch­pflan­zen­preß­saft sowie ande­re gale­ni­sche Zube­rei­tun­gen zum Einnehmen.
Hinweis:
Bei der Dau­er­the­ra­pie des Fami­liä­ren Mit­tel­meer­fie­bers mit Col­chi­cum-Zube­rei­tun­gen ist eine lau­fen­de Kon­trol­le des Blut­bil­des sowie der Leber- und Nie­ren­funk­ti­on erforderlich.

Dau­er der Anwendung
Kei­ne Wie­der­ho­lung der Behand­lung des Gicht­an­falls inner­halb von 3 Tagen.

Wir­kun­gen
antichemotaktisch;
antiphlogistisch;
mitosehemmend.

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