Lehrbuch der biologischen Heilmittel

Anwendung in der Praxis auf Grund der Literatur und einer Rundfrage:
Scrophularia wirkt bei Skrofulose und Gesichtsekzemen. Im einzelnen findet das Mittel innerlich und äuÃerlich Anwendung bei skrofulösen Drüsenschwellungen, Ohrenekzem, Hämorrhoiden, Pruritus vulvae, Skabies, Grind, Crusta lactea, Pemphigus, Ulzera und Kropf.
Laut persönlicher Mitteilung konnte Helmecke, Bernstein, nach Verordnung von Scrophularia D 1 und gleichzeitiger Röntgenbestrahlung ein Ganglion völlig verschwinden sehen.
Auch Impotenz, Basedow und Herzleiden werden als Indikationen genannt. Der Samen soll auÃerdem noch anthelmintische Eigenschaften besitzen.
Wechsel- bzw. Kombinationsmittel sind: Inula helenium, Calendula, Imperatoria, Equisetum, Fumaria, Fucus vesiculosus, Nasturtium und Sulfur.
Angewandter Pflanzenteil:
Bock schreibt: “Im Meyen nim das kraut mit den wurtzeln …” Das hat auch Matthiolus wörtlich übernommen. Geiger führt ebenfalls Kraut und Wurzel an. Dieselbe Angabe findet sich bei Osiander. Dinand gibt dieselben Teile der Pflanze als Sammelgut an.
Bei Thoms werden Radix und Herba Scrophulariae erwähnt.
Das HAB. läÃt die frische, vor Beginn der Blüte gesammelte Pflanze ohne Wurzel verwenden (ç 3). Zur Gewinnung des “Teep” werden frische Pflanzen mit Wurzel verwendet.
Sammelzeit: Juni bis September.
Dosierung:
ÃÂbliche Dosis:
1 EÃlöffel der Tinktur zweimal täglich (Dinand);
1 Teelöffel voll (= 2,8 g) der Wurzel zum heiÃen Infus täglich.
1–2 Tabletten der Frischpflanzenverreibung “Teep” dreimal täglich.
(Die “Teep”-Zubereitung ist auf 50% Pflanzensubstanz eingestellt, d. h. 1 Tablette enthält 0,125 g Hb. Scrophulariae nodosae c. rad.)
Maximaldosis:
Nicht festgesetzt.
Rezepte:
Bei Skrofulose und Hautkrankheiten:
Rp.:
(= Wurzel der Braunwurz)
D.s.: 1 Teelöffel voll mit 1 Glas Wasser heià ansetzen, 10 Minuten ziehen lassen und tagsüber schluckweise trinken.
Fußnoten:
1 Bock, Kreutterbuch, 1565, S. 68.
2 Matthiolus, New-Kreuterbuch, 1626, S. 397.
3 Osiander, Volksarzneymittel, S. 72, 523.
4 Schmidt, Lehrb. d. hom. Arzneimittell., S. 284; Heinigke, Handb. d. hom. Arzneiwirkungsl., S. 577.
5 Thoms, Handb. d. pr. u. wiss. Pharm., Bd. V, S. 1576.
6 Kinzel, Münchn. Tierärztl. Wschr. 1922.
7 Kroeber, Münchn. Tierärztl. Wschr. 1929, S. 285.
8 Kroeber, Das neuzeitl. Kräuterbuch, S. 90.
9 Vgl. 8).
10 Tsutomu Ishidoya, Chinesische Drogen, Teil II, S. 25.
11 Vgl. 8).
12 Teezubereitung:
Der Extraktgehalt des heià im Verhältnis 1:10 bereiteten, Tees beträgt 3,4% gegenüber 2,5% bei kalter Zubereitung. Der Aschengehalt des Extraktes beträgt 0,26% bei heiÃer und 0,24% bei kalter Zubereitung. Die Peroxydasereaktion ist in beiden Zubereitungen positiv, aber sehr schwach. Geschmacklich ist der heià bereitete Tee etwas bitter. Ein Ansatz 1 : 50 ist noch trinkbar. 1 Teelöffel voll wiegt etwa 2,6 g. Im Hinblick auf den höheren Extraktgehalt des heià hergestellten Tees und des ÃÂberganges des Bitterstoffes in die heiÃe Zubereitung empfiehlt es sich, den Tee heiÃ, unter Verwendung von etwa 1 Teelöffel voll auf 1 Teeglas anzusetzen.