Efeu: Hochwirksam als Hustenmittel, aber giftig bei unkontrollierter Aufnahme

Efeu (Hede­ra helix)

Efeu (Hede­ra helix) setzt sich hoch­ef­fek­tiv gegen alle nur denk­ba­ren Fress­fein­de zur Wehr und ver­treibt des­halb auch als Heil­pflan­zen-Extrakt Viren, Bak­te­ri­en, Pil­ze oder Wür­mer. Beson­de­re heil­sa­me Wir­kun­gen ent­fal­ten Extrak­te aus Efeu­blät­tern (z. B. in Bron­chofor­ton® Lutsch­pas­til­len) bei chro­nisch-ent­zünd­li­chen, aber auch aku­ten Bron­chi­al­er­kran­kun­gen. Bei sol­chen Katar­rhen der Luft­we­ge wir­ken Efeu­blät­ter krampf­lö­send, ver­rin­gern den Hus­ten­reiz und för­dern das Abhus­ten [1] und ergän­zen damit die medi­zi­ni­sche Behand­lung sinn­voll [2].

Durch die Bekannt­heit von Efeu als wirk­sa­mes Hus­ten­mit­tel ist jedoch ein neu­es Pro­blem ent­stan­den: Heil­pflan­zen- Inter­es­sen­ten berei­ten sich aus selbst gesam­mel­ten Blät­tern Efeu­tee und berück­sich­ti­gen nicht, wie gif­tig Efeu sein kann. Blät­ter oder Samen kön­nen je nach auf­ge­nom­me­ner Men­ge erheb­li­ches Erbre­chen, Durch­fall, Kopf­schmer­zen, Krämp­fe, Läh­mun­gen, Magen- Darm-Pro­ble­me, Haut­ent­zün­dun­gen oder All­er­gien aus­lö­sen, war­nen deu­sche Gift- Not­ruf­zen­tra­len [3]. sehr erfah­re­nen Heil­pflan­zen-Exper­tIn­nen ver­wen­det wer­den. Viel siche­rer zu dosie­ren sind pflanz­li­che Zube­rei­tun­gen (zum Bei­spiel Trop­fen oder Tablet­ten) aus Efeu­blät­tern, die eine stan­dar­di­sier­te Men­ge der Efeu-Wirk­stof­fe ent­hal­ten (z. B. in Bron­chofor­ton® Lutsch­pas­til­len). Hin­weis: Der zuneh­men­de Ver­lust an tra­di­tio­nel­lem Erfah­rungs­wis­sen über gif­ti­ge Pflan­zen oder wich­ti­ge Heil­pflan­zen führt immer wie­der zu Pro­ble­men durch unsach­ge­mä­ße Bepflan­zung von Grün­flä­chen. Argen­ti­ni­sche Exper­ten war­nen vor allem vor gif­ti­gen Pflan­zen in Kin­der­gär­ten, allen vor­an vor Efeu und den dadurch gege­be­nen Gesund­heits­ge­fah­ren für Kin­der [4].

Tipp

Beim Ver­schlu­cken von bis zu fünf Bee­ren oder eines Efeu­blat­tes soll­te sehr viel getrun­ken wer­den (Tee, Was­ser, Saft). Bei grö­ße­ren Men­gen ist ein Arzt­be­such erfor­der­lich [3].

Autor
Rai­ner H. Buben­zer, Mul­ti­Med­Vi­si­on Ber­li­ner Medi­zin­re­dak­ti­on, 2012.
Quel­len
[1] Bla­schek W, Ebel S, Hacken­thal E, Holz­gra­be U, Kel­ler K, Reich­ling J, Schulz V: Hagers Hand­buch der Dro­gen und Arz­nei­stof­fe. Sprin­ger Ver­lag, Hei­del­berg, 2006.
[2] Cium­an RR: Phy­to­the­ra­peu­tic and natur­opa­thic adju­vant the­ra­pies in otorhi­no­la­ryn­go­lo­gy. Eur Arch Otorhi­no­la­ryn­gol. 2012 Feb;269(2):389–97 (Voll­text).
[3] NN: Efeu (Hede­ra helix). Gemein­sa­mes Gift­in­for­ma­ti­ons­zen­trum Meck­­len­­burg-Vor­­­pom­­mern, Sach­sen, Sach­­sen-Anhalt und Thü­rin­gen. Erfurt, 21.8.2006 (Link).
[4] Cua­dra VP, Cam­bi V, de los Ánge­les Rueda M, Cal­fuán ML: Con­se­quen­ces of the Loss of Tra­di­tio­nal Know­ledge: The risk of inju­rious and toxic plants gro­wing in kin­der­gar­tens. Eth­no­bo­ta­ny Rese­arch & Appli­ca­ti­ons. 2012 Apr 7;10(4):77–94 (Link).
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