
Wirkung
Grindelia wird in Kalifornien als Antiasthmatikum, Antispasmodikum und bei Bronchialkatarrh benutzt1, in England auch gegen Pertussis, Heufieber und gegen Dermatitis, die durch Rhus toxicodendron erzeugt worden ist2.
Nach Potter3 regt es den die Herztätigkeit hemmenden Apparat und das Vasomotorenzentrum an, verlangsamt Herz- und Atemfunktion und bewirkt Erhöhung des Blutdruckes. Auch Pupillenerweiterung, Herabsetzung der Hautempfindlichkeit und Verlangsamung der Reflexe, Nierenreizung, bei kleinen Tieren Lähmungen und Betäubung werden durch Grindelia erzeugt.
Gatchell4 empfiehlt die mit Wasser verdünnte Tinktur zu Umschlägen bei Pruritus und erythematösem Ausschlag.
In der Homöopathie5 wird Grindelia bei asthmatischen Zuständen, chronischer Bronchitis, Emphysem und als Milzmittel gebraucht.
Nach Rost-Klemperer6 ist allerdings der Erfolg bei Asthma, Keuchhusten und Bronchialkatarrh sehr unsicher.
Als wirksame Substanz enthält Grindelia ein expektorierendes Harz7, nach älteren Angaben weiter ein Alkaloid Grindelin und Saponin, nach neueren Untersuchungen dagegen ätherisches Öl, Ameisensäure, Essigsäure, Buttersäure, l‑Glykose, Tannin, Proteide und deren Spaltungsprodukte usw., doch keine Glykoside und Alkaloide und kein fettes Öl8. Bezüglich des Saponingehaltes wurde in der homöopathischen Tinktur ein hämolytischer Index von 1 : 10 gefunden9.
Interessant ist, daß die Drogen, die die Empfindlichkeit der Schleimhäute gegen bestimmte Einflüsse (Allergene) herabsetzen, und zu welchen Grindelia gehört, wiederholt in der Volksmedizin als Asthmamittel auftauchen (vgl. auch Yerba santa). Es wäre zu prüfen, ob es sich in solchen Fällen immer um allergisches Asthma handelt.