
Wirkung
Die “stinkende Hundsmilte” steht bei Lonicerus1, Bock2 und Matthiolus3 in dem Rufe, aus faulen Wunden des Viehs die Würmer zu vertreiben.
Nach v. Haller4 und Buchheim5 wird sie ihres widerwärtigen Geruchs wegen bei hysterischen Affektionen gebraucht.
Auf diese Anwendungsart dürfte, wie Schulz6 ausführt, die noch heute in der Volksmedizin übliche Verwendung der “Stinkmelde” gegen Menostase, spastische und rheumatische Leiden zurückgehen.
Stephenson und Churchill7 loben sie sehr als Emmenagogum und konnten von 4 mit Chenopodium olidum behandelten Fällen unterdrückter Menstruation bei 3 Patientinnen Erfolg sehen.
Nach Clarke9 wird sie in der Homöopathie auch gegen Obstipation, Enuresis und Milzbeschwerden angewandt.
Die Blätter von Chenopodium olidum enthalten Trimethylamin10 (das auch im Exhalat nachgewiesen ist)11, Salpeter, Phosphate, Ammoniumsalze, Gerbstoff, Betain u. a.12.
Trimethylamin, in größeren Dosen verabreicht, veranlaßt cerebrale Krämpfe, die in wirklichen Tetanus übergehen können, steigert die Reflexerregbarkeit13 und verursacht durch Reizung der in der Medulla oblongata gelegenen Zentren stärkste Beschleunigung der Respiration und Blutdrucksteigerung14.
Beim Warmblüter erfolgt der Tod durch Atemstillstand15.
Einzelheiten über die Pharmakologie des Trimethylamins siehe bei Trendelenburg16.