
Botanisches:
Das im Küstengebiet von fast ganz Europa und Nordamerika verbreitete ausdauernde, 15–30 cm hohe Gras entwickelt bis zu 10 m weit kriechende Rhizome, deren Spitzen Erdbohrern gleichen, von aromatisch-terpentinartigem Geruch. Der dreikantige Stengel ist oberwärts scharf rauh, die Spreiten sind schmal, starr und rinnig. In etwas überhängender, Ährenartiger Rispe stehen am Grunde die weiblichen, oben die männlichen Blüten. Die Fruchtknoten erscheinen häufig tintenschwarz durch die Sporen eines Pilzes (Cintractia caricis), der sie oft völlig zerstört. – Als gesellig wachsende Pflanze gedeiht die Sandsegge vorwiegend auf sandigen Plätzen, Dünen und Flugsand, die sie durch ihre Ausläufer mit befestigt, namentlich an der Ost- und Nordseeküste, in sandigen Kiefernwäldern und Heiden. Blütezeit: Mai bis Juni.
Geschichtliches und Allgemeines:
Die Riedgraswurzel ist seit 1754 als Heilmittel bekannt, als man sie in der Mark Brandenburg in Verbindung mit der Kletten‑, Hauhechelwurzel und Guajakrinde bei der Syphilis an Stelle der teueren ausländischen Sarsaparillawurzel gebrauchte. Auch A. Tissot schreibt von ihr, daß sie stärkende und gelind abführende Wirkung habe. Es erschienen zwei Dissertationen: Meier, Dissertat. de Carice arenaria (Frankof. ad Viadr. 1772) und Merz, Dissertat. de Caricibus quibusdam medicinalibus sarsaparillae succedaneis (Erlangen 1784).