Lehrbuch der biologischen Heilmittel
Monographie Arctium lappa (Radix Bardanae) (Seite 1 von 4)

Arctium lappa (Radix Bardanae)
Arctium lappa, A. minus und A. tomentosum, Compositae.
Name:
árctium láppa L. (= A. majus Bernh., = Lappa officinalis All., = L. major Gaertn., = L. vulgaris Hill. var. major Neilr., = L. communis Cosson et Germ., var major. Neilr.). Große Klette. Französisch: Glouteron, bardane, gratteron, grateau, herbe aux teigneux, oreille de géant, pignet, bouillon noir; englisch: Great but, common burdock, great clotbur, cockle-bur, cockle-button, cuckold-dock, hurr-burr, stick-button, hardock, beggar’s button; italienisch: Bardana, lappa bardana, bardana maggiore; dänisch: Burre; litauisch: Varnaléša; norwegisch: Borre; polnisch: Lopian; russisch: Lapuch, Lopuszniek, Repiejnik; tschechisch: Lopuch větsí; ungarisch: Bojtorján.
Verbreitungsgebiet

Arctium lappa L.
Weiteres Vorkommen: Sibirien bis zum Altai, Himalaja, China, Japan. In Nordamerika, Argentinien, Uruguay eingeschleppt.
Namensursprung:
Der Gattungsname Arctium, der sich schon bei Dioskurides als ἄρχτειον (árcteion) findet, leitet sich vom griechischen ἄρχτος = Bär vermutlich wegen der wolligen Beschaffenheit der Blütenköpfchen ab. Der zweite Gattungsname “Lappa”, der bei Plinius vorkommt, ist abgeleitet vom griechischen λαβεΐν (labein) = ergreifen, festhalten, wegen der an den Kleidern festhaftenden Fruchtköpfchen, doch wird er auch mit dem keltischen “llap”, “llapp” = Hand in Verbindung gebracht. Der mittelalterliche Name “bardana” wird nach einer Erklärung mit dem italienischen Worte “bard” = Pferdedecke wegen der Größe der Blätter in Verbindung gebracht, während Tschirch ihn in Beziehung zu dem englischen “burdock” bringt. Dem Namen Klette liegt eine sprachliche Wurzel mit dem Begriff des Klebrigen, Anhaftenden zugrunde.

Große Klette
(etwa 2* nat. Gr.)
Arctium lappa L.
Compositae
Volkstümliche Bezeichnungen:
Die verschiedenen Kletten-Arten werden im Volk meist nicht näher unterschieden. Kladde-busk, Klarre-busk (Ostfriesland), Klütern (Braunschweig), Kliddä (Baden). Kliewe, Klibe, Kliven (plattdeutsch), Kliebusk (Oldenburg), Klepper, Klepp’n (bayerischösterreichisch), Klabbere, Kliibe (Baden), Chläberä, Chlebchrut, Chläblüs (Schweiz). Kliester (Hannover), Klüsen, Klime (Braunschweig), Klinz’l (Kärnten). Schneckablätter (Schwäbische Alb), Tubaksblad (Eifel). Zu lat, lapatium gehören: Lodiksblatt (Westpreußen), Lampâschenblatt (Göttingen), Laddek (Halberstadt), Lättichblätter (Gotha). Auf die sich anhängenden Blüten bzw. Fruchtköpfe beziehen sich Picker, picken = kleben (bayerisch-österreichisch), Zecken (bayerisch-österreichisch), Bettlläus (Bayerischer Wald, Oberpfalz), Pracher- (= Bettler-) Lüse (Braunschweig), Igl (Schwäbische Alb), Wolfskraut (Eifel), Kratzenkugel (Elsaß), Bosenknôpp (Eifel). Bettelknopf (Böhmerwald), Popeknaep = Pfaffen- (Westpreußen), Soldateknöpfe (Niederrhein), Borren (Schleswig) gehört zu engl. burr = Klette.

Große Klette
Habitusbild (etwa 1/10 nat. Gr.)