Lehrbuch der biologischen Heilmittel
Monographie Anacardium occidentale (Seite 4 von 4)

Anwendung in der Praxis auf Grund der Literatur und einer Rundfrage:
Anacardium occidentale wird in der Homöopathie bei den gleichen Indikationen wie Anacardium orientale, nur viel seltener angewandt. So wurde das Mittel, wie Boosfeld, Aachen, berichtet, mit Erfolg bei Ulcus duodeni verordnet, und zwar meist als Einzelmittel in D 4, oft aber auch mit Atropin. sulf. in D 4.
Gegen Dermatopathien wird es ebenfalls wie A. orientale besonders dann eingesetzt, wenn diese mit heftigstem Juckreiz und Blasenbildung verbunden sind. So hatte Gablick gute Resultate mit dem Mittel bei Erysipel und vesikulösem, pockenartigem Ausschlag (hier bewährte sich eine Kombination mit Tartarus emeticus). Janke berichtet über folgenden Fall: Eine 32jährige Patientin, die an juckenden Bläschen an den Armen so litt, daà sie vor Schmerzen jammerte, wurde nach vierwöchiger Krankenhausbehandlung als gebessert entlassen. Schon am ersten Tage nach der Entlassung stellte sich das alte Leiden wieder ein. Eine 14tägige Behandlung mit Anacardium occidentale brachte völlige Heilung. Eine weitere gute Indikation ist Herpes genitalis.
Die Entscheidung, ob Anacardium orientale oder occidentale wirksamer ist, muà noch getroffen werden. Vorläufig ist Anacardium orientale mehr bevorzugt.
Angewandter Pflanzenteil:
Dragendorff nennt die Früchte als Vesicans, die Rinde als Gurgelwasser und gegen Aphthen, die Wurzel als Purgans.
Die Indianer sollen die Rinde gegen Hautunreinigkeiten benutzen.
Nach Zörnig wird die Rinde in Brasilien als Adstringens und gegen Diabetes benutzt. Offizinell waren im 19. Jahrhundert die Früchte als westindische Elefantenläuse, Anacardia occidentalia.
Verwendung als Hautreizungsmittel haben auch in der neueren Medizin immer nur die das Cardoleum vesicans enthaltenden Früchte gefunden.
Zur Herstellung des “Teep” werden die reifen Früchte benutzt. Die Früchte dürfen nicht zu alt sein, da sie durch Lagern den Wert verlieren. Die Verwendung der Wurzel und Rinde zu Arzneimitteln müÃte erst erprobt werden. Homöopathische Urtinktur nach dem HAB.: Reife Früchte (§ 4).
Dosierung:
Ãbliche Dosis:
1 Tablette der Pflanzenverreibung “Teep” dreimal täglich.
(Die “Teep”-Zubereitung ist auf 0,1% Pflanzensubstanz eingestellt, d. h. 1 Tablette enthält 0,00025 g Fruct. Anacardii occidentalis.)
In der Homöopathie:
dil. D 4–6, dreimal täglich 10 Tropfen.
Maximaldosis:
Nicht festgesetzt
Fußnoten:
1 Wehmer, Pflanzenstoffe, S. 703.