Ger­hard Mad­aus: Lehr­buch der bio­lo­gi­schen Heil­mit­tel. Ver­lag Georg Thie­me, Leip­zig, 1938
(Ori­gi­nal, voll­stän­dig erhal­ten) – bei eBay zu ver­kau­fenRezen­si­on 1938, Archiv der Pharmazie

Quebracho – Seite 3 von 4 – Monographie Madaus

Lehr­buch der bio­lo­gi­schen Heilmittel
Mono­gra­phie Quebra­cho (Sei­te 3 von 4)
vorherige Monographievorherige SeiteIndex  - Lehrbuch der biologischen Heilmittelnächste Seitenächste Monographie

Wirkung

Die Dro­ge ist in Deutsch­land erst seit 1879 im Gebrauch und wird bei Asth­ma und Emphy­sem ange­wandt2.
Pen­zoldt3, der zunächst häu­fig Bes­se­rung der Dys­pnoe bei Emphy­sem und Asth­ma ner­vo­sum, sel­te­ner bei ande­ren Zustän­den beob­ach­te­te, hat­te spä­ter weni­ger regel­mä­ßig Erfolg. Als Ursa­chen wur­den eine unkon­stan­te Wir­kung der Alka­lo­ide, ungleich­mä­ßi­ger Alka­lo­id­ge­halt der Dro­ge und Ver­fäl­schun­gen festgestellt.
Stauf­fer4, der gleich­falls mit ver­schie­de­nem Erfol­ge Quebra­cho bei asth­ma­ti­schen Zustän­den anwand­te, bezeich­net die Tinc­tu­ra Pen­zoldt als die zuver­läs­sigs­te Darreichungsform.
Die in Quebra­cho ent­hal­te­nen Alka­lo­ide erre­gen das Atem­zen­trum und das Brech­zen­trum, wäh­rend sie die­se Zen­tren in gro­ßen Dosen läh­men5.
Quebrach­in wirk­te im Tier­ver­such, ähn­lich dem Yohim­bin (vgl. Yohim­be), blut­druck­sen­kend6. Es führ­te bei Hun­den zu Tonus­zu­nah­me und ver­stärk­ter Bewe­gung des Dar­mes7. Ver­gif­tungs­sym­pto­me sind: Sali­va­ti­on, Nau­sea, Vomitus, Dys­pnoe, Kon­vul­sio­nen, Krämp­fe, Läh­mung der quer­ge­streif­ten Mus­ku­la­tur, auch des Her­zens8. Ein­zel­hei­ten der Phar­ma­ko­lo­gie der Quebrachoal­ka­lo­ide vgl.9.
Bei den Unter­su­chun­gen des Sapo­nin­ge­hal­tes in den Zube­rei­tun­gen aus der Quebrach­orin­de konn­te mit der homöo­pa­thi­schen Urtink­tur kei­ne Hämo­ly­se, also kei­ne Sapo­nine, fest­ge­stellt wer­den, wäh­rend im “Teep”-Präparat ein hämo­ly­ti­scher Index von 1 : 1000 gefun­den wur­de. Wur­de die Tink­tur mit 25%igem Wein­geist her­ge­stellt, so ergab sich ein hämo­ly­ti­scher Index von 1 : 20010.