
Botanisches:
Die in Nordamerika heimische Opuntia vulgaris Mill. stellt eine niederliegende strauchartige Sukkulente dar. Ihre 3–5 cm langen Stengelglieder sind verkehrt eiförmig und kettenartig aneinandergereiht. Die kleinen 4–5 mm großen rötlichen Laubblätter fallen frühzeitig ab. Selbst die Stacheln fehlen häufig. Später entwickeln sich die Fruchtknoten der kurzlebigen gelben Blüten zu eßbaren, keulenförmigen Früchten, den Roßfeigen, die bis zum Frühjahr an den Stengelgliedern haften bleiben. 1820 wird der kleine Feigenkaktus das erstemal in Südtirol erwähnt. Auch heute ist er in Europa nur selten an heißen, felsigen Abhängen südlich der Alpen eingebürgert. An solchen Orten ist er als Humusund Stickstoffbildner von ziemlicher Bedeutung.

Feigenkaktus
(etwa 5/8 nat. Gr.)
Opuntia vulgaris Mill.
Cactaceae
Geschichtliches und Allgemeines:
Die Kaktusfeige ist im 16. Jahrhundert von den Spaniern aus Westindien eingeführt worden. In manchen Gegenden von Algier ist sie für die ärmere Bevölkerung ein wichtiges Nahrungsmittel und wird auch medizinisch gegen Geschwülste verwandt.