Ger­hard Mad­aus: Lehr­buch der bio­lo­gi­schen Heil­mit­tel. Ver­lag Georg Thie­me, Leip­zig, 1938
(Ori­gi­nal, voll­stän­dig erhal­ten) – bei eBay zu ver­kau­fenRezen­si­on 1938, Archiv der Pharmazie

Hepatica triloba – Seite 2 von 3 – Monographie Madaus

Lehr­buch der bio­lo­gi­schen Heilmittel
Mono­gra­phie Hepa­ti­ca tri­lo­ba (Sei­te 2 von 3)
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Botanisches:

Aus einem kur­zen, fas­ri­gen, dun­kel­brau­nen Wur­zel­stock erhe­ben sich zahl­rei­che grund­stän­di­ge, lang­ge­stiel­te, leder­ar­ti­ge, über­win­tern­de Blät­ter. Sie sind drei­lap­pig, am Grun­de herz­för­mig, oben grün, unten meist mehr oder weni­ger vio­lett und in der Jugend nebst den Stie­len dicht weiß-sei­dig behaart. Sie erschei­nen erst nach der Blü­te. Die Blü­ten­blät­ter sind him­mel­blau und außen hel­ler. Unter die­sen befin­den sich drei kel­ch­ar­ti­ge Hoch­blät­ter. Blü­te­zeit: März bis April. Die Pflan­ze ist fast in ganz Euro­pa ver­brei­tet und liebt schat­ti­ge, buschi­ge Orte beson­ders auf Kalk- und Lehm­bo­den. Die Blü­te ist nek­tar­los und wird von pol­len­fres­sen­den Käfern, Schwe­be­flie­gen, Bie­nen und Schmet­ter­lin­gen besucht. Nachts und bei Regen sind die Blü­ten geschlos­sen. Wäh­rend der acht­tä­gi­gen Blü­te­zeit ver­dop­pelt sich die Län­ge der Kro­nen­blät­ter, wodurch die Augen­fäl­lig­keit der hüb­schen Früh­lings­pflan­ze noch erhöht wird. Die Samen wer­den durch Amei­sen ver­schleppt. Hepa­ti­ca tri­lo­ba darf in Deutsch­land zum Sam­meln für den Han­del oder für gewerb­li­che Zwe­cke nicht frei­ge­ge­ben werden.

Geschichtliches und Allgemeines:

Her­ba et Flo­res Hepa­ti­cae nobi­lis waren frü­her offi­zi­nell und wur­den haupt­säch­lich gegen Leber­lei­den gebraucht. Auch wur­de die Pflan­ze als Tee­sur­ro­gat benutzt.