Ger­hard Mad­aus: Lehr­buch der bio­lo­gi­schen Heil­mit­tel. Ver­lag Georg Thie­me, Leip­zig, 1938
(Ori­gi­nal, voll­stän­dig erhal­ten) – bei eBay zu ver­kau­fenRezen­si­on 1938, Archiv der Pharmazie

Carex arenaria – Seite 2 von 4 – Monographie Madaus

Lehr­buch der bio­lo­gi­schen Heilmittel
Mono­gra­phie Carex are­na­ria (Sei­te 2 von 4)
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Botanisches:

Das im Küs­ten­ge­biet von fast ganz Euro­pa und Nord­ame­ri­ka ver­brei­te­te aus­dau­ern­de, 15–30 cm hohe Gras ent­wi­ckelt bis zu 10 m weit krie­chen­de Rhi­zo­me, deren Spit­zen Erd­boh­rern glei­chen, von aro­ma­tisch-ter­pen­tin­ar­ti­gem Geruch. Der drei­kan­ti­ge Sten­gel ist ober­wärts scharf rauh, die Sprei­ten sind schmal, starr und rin­nig. In etwas über­hän­gen­der, Ähren­ar­ti­ger Ris­pe ste­hen am Grun­de die weib­li­chen, oben die männ­li­chen Blü­ten. Die Frucht­kno­ten erschei­nen häu­fig tin­ten­schwarz durch die Spo­ren eines Pil­zes (Cin­trac­tia cari­cis), der sie oft völ­lig zer­stört. – Als gesel­lig wach­sen­de Pflan­ze gedeiht die Sand­seg­ge vor­wie­gend auf san­di­gen Plät­zen, Dünen und Flug­sand, die sie durch ihre Aus­läu­fer mit befes­tigt, nament­lich an der Ost- und Nord­see­küs­te, in san­di­gen Kie­fern­wäl­dern und Hei­den. Blü­te­zeit: Mai bis Juni.

Geschichtliches und Allgemeines:

Die Ried­gras­wur­zel ist seit 1754 als Heil­mit­tel bekannt, als man sie in der Mark Bran­den­burg in Ver­bin­dung mit der Kletten‑, Hau­he­chel­wur­zel und Gua­ja­k­rin­de bei der Syphi­lis an Stel­le der teue­ren aus­län­di­schen Sars­a­pa­ril­la­wur­zel gebrauch­te. Auch A. Tis­sot schreibt von ihr, daß sie stär­ken­de und gelind abfüh­ren­de Wir­kung habe. Es erschie­nen zwei Dis­ser­ta­tio­nen: Mei­er, Dis­ser­tat. de Cari­ce are­na­ria (Fran­kof. ad Via­dr. 1772) und Merz, Dis­ser­tat. de Cari­ci­bus qui­bus­dam medi­cina­li­bus sars­a­pa­ril­lae suc­ced­an­eis (Erlan­gen 1784).