Fixe Kombinationen von Atropa belladonna mit Arzneistoffen in homöopathischer Zubereitung

Erschei­nungs­da­tum Bun­des­an­zei­ger: 24.9.1993.,
Heft­num­mer: 180., ATC-Code: Z.,
Gesamt-Bewer­­tung: NEGATIV.
Mono­gra­phie BGA/​​BfArM (Kom­mis­si­on E)
Fixe Kombinationen von Atropa belladonna mit anderen DrogenInhaltsverzeichnisFoeniculi aetheroleum (Fenchelöl)







Bezeich­nung des Arzneimittels
Fixe Kom­bi­na­tio­nen von Atro­pa bel­la­don­na mit Arz­nei­stof­fen in homöo­pa­thi­scher Zubereitung.

Bestand­tei­le des Arzneimittels
Fixe Kom­bi­na­tio­nen von Atro­pa bel­la­don­na lie­gen mit Fol­gen­den nach homöo­pa­thi­schen Regeln zube­rei­te­ten Stof­fen vor: Apis mel­li­fi­ca (BAnz. Nr. 190 a vom 10. Okto­ber 1985) Arni­ca mon­ta­na (BAnz. Nr. 217 a vom 22. Novem­ber 1985) Kal­zi­um car­bo­ni­cum (BAnz. Nr. 44 vom 3. März 1990) Cha­mo­mil­la recu­ti­ta (BAnz. Nr. 217 a vom 22. Novem­ber 1985) Cheli­do­ni­um majus (BAnz. Nr. 190 a vom 10. Okto­ber 1985) Gel­se­mi­um sem­per­vi­rens (BAnz. Nr. 217 a vom 22. Novem­ber 1985) Hama­me­lis vir­gi­nia­na (BAnz. Nr. 29 a vom 12. Febru­ar 1986) Lyco­pus vir­gi­ni­cus (BAnz. Nr. 29 a vom 12. Febru­ar 1986) Die­se Stoff­lis­te wird gemäß dem Fort­gang der Auf­be­rei­tung ent­spre­chend ergänzt.

Phar­ma­ko­lo­gi­sche Eigen­schaf­ten, Phar­ma­ko­ki­ne­tik, Toxikologie
Zu Atro­pa bel­la­don­na und den Arz­nei­stof­fen homöo­pa­thi­scher Zube­rei­tung wird auf die ent­spre­chen­den Mono­gra­phien ver­wie­sen. Apis mel­li­fi­ca, Arni­ca mon­ta­na, Kal­zi­um car­bo­ni­cum, Cha­mo­mil­la recu­ti­ta, Cheli­do­ni­um majus, Gel­se­mi­um sem­per­vi­rens, Hama­me­lis vir­gi­nia­na, Lyco­pus virginicus.

Klinische Angaben

Anwen­dungs­ge­bie­te
Für die Kom­bi­na­ti­ons­prä­pa­ra­te wer­den fol­gen­de Indi­ka­tio­nen beansprucht:
– Hämorrhoidalleiden.
– Stö­run­gen der Gal­le­pro­duk­ti­on und des Gal­len­flus­ses, Leber­funk­ti­ons­stö­run­gen, Ver­kramp­fun­gen im Gebiet der Gal­len­gän­ge, Gas­tri­tis, Duo­den­i­tis, unter­stüt­zend bei Ulcus ven­tri­cu­li et duo­deni, Gas­troen­teri­tis, Koli­tis, Ver­dau­ungs­stö­run­gen, beson­ders durch die Leber beding­te Obstipation.
– Angi­na, Sto­ma­ti­tis, Peri­ar­thri­tis, kon­ser­va­ti­ve Behand­lung und Vor­be­hand­lung von Abs­zes­sen, Pana­ri­ti­en, Furun­keln, Adju­vans bei Pleuritis.
– Schlaf­stö­run­gen, vege­ta­ti­ve Dys­to­nie psy­cho­sexu­el­le Stö­run­gen, kli­mak­te­ri­sche Beschwer­den, Thy­reo­to­xi­ko­sen, Neurasthenie.
Die Wirk­sam­keit der Kom­bi­na­tio­nen bei den bean­spruch­ten Anwen­dungs­ge­bie­ten ist nicht belegt.

Risi­ken
Für die Unbe­denk­lich­keit die­ser Kom­bi­na­ti­ons­prä­pa­ra­te gel­ten für die Arz­nei­stof­fe homöo­pa­thi­scher Zube­rei­tung die in den auf­ge­führ­ten Ein­zel­mo­no­gra­phien genann­ten Anga­ben. Für Atro­pa bel­la­don­na gel­ten die fol­gen­den Risi­ken: Nicht anzu­wen­den bei tachy­kar­den Arrhyth­mi­en, Pro­stat­aa­de­nom mit Rest­harn­bil­dung, Eng­win­kel­glau­kom, aku­tes Lun­gen­ödem, mecha­ni­sche Steno­sen im Bereich des Magen-Darm-Trak­tes, Mega­co­lon. Neben­wir­kun­gen sind Mund­tro­cken­heit, Abnah­me der Schweiß­drü­sen­se­kre­ti­on, Akko­mo­da­ti­ons­stö­run­gen, Haut­rö­tung und ‑Tro­cken­heit, Wär­me­stau Tachy­kar­die, Mik­ti­ons­be­schwer­den, Hal­lu­zi­na­tio­nen und Krampf­zu­stän­de vor allem bei Über­do­sie­rung. Die anti­cho­li­ner­ge Wir­kung der Dro­ge kann durch tri­zy­kli­sche Anti­de­pres­si­va, Aman­t­a­din und Chi­ni­din ver­stärkt werden.

Beur­tei­lung
Eine Wirk­sam­keit der ein­zel­nen Bestand­tei­le der oben genann­ten fixen Kom­bi­na­tio­nen ist für die Indi­ka­tio­nen, die in den ent­spre­chen­den Mono­gra­phien der Ein­zel­dro­ge und der homöo­pa­thi­schen Arz­nei­stof­fe auf­ge­führt sind, belegt. Hin­sicht­lich der Kom­bi­na­ti­on von Atro­pa bel­la­don­na mit Arz­nei­stof­fen homöo­pa­thi­scher Zube­rei­tung liegt kein Erkennt­nis­ma­te­ri­al vor, aus dem sich ein posi­ti­ver Bei­trag zur Wirk­sam­keit die­ser Arz­nei­mit­tel­kom­bi­na­tio­nen ablei­ten läßt. Ent­spre­chend der Auf­be­rei­tungs­er­geb­nis­se für die auf­ge­führ­ten Arz­nei­stof­fe homöo­pa­thi­scher Zube­rei­tung tra­gen die­se weder zur Wirk­sam­keit noch zur bes­se­ren Ver­träg­lich­keit von Atro­pa bel­la­don­na bei. Die Kom­bi­na­ti­on von Atro­pa bel­la­don­na als Alka­lo­id­dro­ge mit enger Dosis­be­gren­zung und hoher Toxi­zi­tät mit ande­ren Stof­fen ist grund­sätz­lich nicht anzu­ra­ten. Grund­sätz­lich sind die The­ra­pie­vor­stel­lun­gen der Homöo­pa­thie mit der Phy­to­the­ra­pie nicht über­ein­stim­mend. Daher sind fixe Kom­bi­na­tio­nen homöo­pa­thisch zube­rei­te­ter und phy­to­the­ra­peu­tisch zube­rei­te­ter Bestand­tei­le nicht sinn­voll. Eine Zulas­sung sol­cher Kom­bi­na­ti­ons­prä­pa­ra­te kann nicht emp­foh­len werden.

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